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Sprüche und ihre Bedeutung

Lexikon Charakteristisch für Jugendsprache in multiethnischen Gebieten sind Phrasen und Ausrufe aus dem türkisch-arabischen Raum. Zum Beispiel: "cüs" (gesprochen: tschüsch). Es ist eigentlich ein Kommando zum Anhalten eines Esels, wird von den Jugendlichen aber mit der Bedeutung "Komm mal runter" oder auch als Ersatz für "booaah" oder "krass" verwendet. Ein anderes Beispiel ist "Uallah", "Yallah" bzw. "Wallah" - direkt übersetzt heißt es "bei Allah", doch in der Jugendsprache wird es als Bestärkung wie "krass" oder "wirklich" gebraucht, oft auch in der Dopplung: "Uallah, isch schwör..." Dass aus dem "ch" in "ich" ein "sch" wird, ist auch typisch. Außerdem fallen Artikel oder Präpositionen weg, es heißt dann nicht "Ich fahre zum Rathaus Steglitz", sondern "Isch fahr Rathaus Steglitz". Verkürzungen spielen ohnehin eine große Rolle. So bedeutet der Ausruf "Isch disch Urban" eigentlich: "Ich schlage dich so, dass du ins Urban-Krankenhaus kommst". Oft zeigt die Jugendsprache auch einen metaphorischen Charakter. So bedeutet das Wort "abpapsten" sich übergeben und verweist auf die berühmte Geste von Johannes Paul II., nach jedem Flug den Boden eines Landes zu küssen. Mehr Infos: www.jugendsprache-berlin.de

Jugendwort des Jahres Seit 2008 wählt der Verlag Langenscheidt ein Jugendwort des Jahres aus. Zur Auswahl stehen in diesem Jahr zum Beispiel Achselbeutel (kleine Handtasche, die man sich unter den Arm klemmt), guttenbergen (abschreiben), naturschlau (intelligent) oder Prekariats-Flatrate (Hartz IV-Bezug). Natürlich können auch noch eigene Wörter auf die Liste gesetzt werden. Noch bis zum 31. Oktober kann dann online unter www.jugendwort.de abgestimmt werden. Aus den Top 15 wählt dann eine unabhängige Jury ein Wort aus. Langenscheidt gibt jedes Jahr ein Lexikon der Jugendsprache heraus ("Hä?? Jugendsprache unplugged 2012", 3,99 Euro)). Auch Pons gibt jedes Jahr ein Wörterbuch der Jugendsprache heraus (Wörterbuch der Jugendsprache 2012, 3,99 Euro).