Briefe an den Sohn

Matz,

die Erinnerung an Deine Geburt hat mir wieder Kraft gegeben. Ich habe ein Ziel vor Augen. Ich will mich zusammenraufen. Für Dich. Für mich.

Das Erinnern hilft, meine ich. Etwas klärt sich. Ich werde mir meines Weges bewusst. Der Strecke, die ich schon gerannt bin. Jetzt mache ich Pause und sehe mir das an. Mit Dir zusammen. Auch wenn Du nicht direkt neben mir sitzen kannst, bist Du doch immer da. Das ist seit Deiner Geburt so.

...

Gestern Deine Stimme zu hören war unbeschreiblich schön. Deine Freude und das Glück, das Du ausstrahlst, sind mir ein großer Trost. Auch wenn ich mich dafür jedes Mal vor den Stationsapparat in die Telefonecke hocken muss. Wie früher im Schullandheim, bevor es Mobiltelefone gab. Über Deine Geschichte mit dem Bernstein, der Dir in Travemünde einfach so vor die Füße gespült worden ist, musste ich noch lange schmunzeln. Sie hat ich den ganzen Abend vor der Miesepetrigkeit und Traurigkeit dieses Ortes beschützt.

Ich umarme Dich.

Papa