Gesundheit

Chlorgeruch in Hallenbädern nicht schädlich für Kleinkinder

Normalerweise würde man zu dieser Jahreszeit ja eher ins Freibad gehen. Aber aufgrund des doch eher verkühlten Sommers sind zurzeit auch die Hallenbäder beliebtes Freizeitziel. Problem dort: Manchmal stink es stark nach Chlor.

Den Geruch über mehrere Stunden zu ertragen, kann lästig sein. Manche Eltern machen sich deswegen sogar Sorgen um die Gesundheit ihrer kleinen Kinder.

Der Besuch von Hallenbädern ist für Freizeitschwimmer und auch Kleinkindern unbedenklich. Reizerscheinungen der Augenbindehäute, der Nasen- und Rachenschleimhäute sowie der unteren Atemwege können allerdings bei Leistungsschwimmern und Beschäftigten auftreten. Eine erhöhte Asthmagefahr bestehe jedoch nicht.

Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte des Umweltbundesamtes (UBA), die eine Untersuchung zu den möglichen Gesundheitsbeeinträchtigungen durch Chloramine, speziell Trichloramin, in der Luft von Hallenbädern vorgenommen hat. Dabei handelt es sich um gebundenes Chlor, das durch die Reaktion mit Stickstoffverbindungen entsteht. Nach bisherigen Untersuchungen herrscht in Hallenbädern eine Trichloramin-Konzentration 0,2 bis 0,5 Milligramm pro Kubikmeter Luft.

Zurzeit liegt hierzulande jedoch eine Konzentration von 0,05 bis 0,4 Milligramm pro Kubikmeter Luft vor. Einen eindeutigen Grenzwert kann die Arbeitsgruppe gemäß ihrer Bekanntmachung im "Bundesgesundheitsblatt" nicht festlegen. Zum Schutz vor Reizwirkungen empfiehlt sie jedoch den technisch möglichen Standard von 0,2 mg Trichloramin pro Kubikmeter Luft.

Eine Klärung, wie es zu der Entstehung von Trichloramin kommt, liefert der Bericht nicht. Das Naheliegende ist die klassische Hauptquelle: Harnstoff. Er wird über die Schwimmbadbesucher ins Wasser getragen, immer, wenn jemand ins Waser uriniert.

Der Harnstoff reagiert als Stickstoffverbindung mit dem Chlor und gelangt über Verdunstung in die Luft. Das erklärt auch, warum in überwiegend von Kindern besuchten Erlebnisbädern höhere Trichloraminwerte gefunden wurden als in öffentlichen Hallenbädern. Allgemein passiert es eher Kindern, dass sie sich beim Schwimmen im Badewasser erleichtern, als Erwachsenen.