Babykurse

Von Yogis und kleinen Tauchern

Kaum hält man glücklich sein Neugeborenes im Arm, da bekommt man schon von allen Seiten das Gefühl vermittelt, mit der Förderung des Kleinen nicht früh genug anfangen zu können. Es soll sogar Frauen geben, die der Meinung sind, dass Babys ohne PEKIP-Erfahrung später kein Abitur machen. Das Angebot an Babykursen ist riesig. Angenehmer Nebeneffekt: der Austausch mit anderen Müttern.

Foto: Massimo Rodari

Babyschwimmen

Der Klassiker unter den Babykursen, der sich in den 70er-Jahren entwickelte. Planschen macht schon den ganz Kleinen Spaß (ab drei Monaten), die nebenbei auch noch ihre Motorik schulen und die Beziehung zu Mutter und Vater vertiefen. "Tauchen probieren wir auch aus", sagt Stefanie Reuter von den "Schwimmfröschen". "Normalerweise verliert sich der Atemschutzreflex bei Säuglingen nach etwa einem halben Jahr, aber man kann ihn trainieren." Normalerweise dauern die Kurseinheiten 30 Minuten. Langzeitstudien haben ergeben, dass Babys, die sich schon früh im Wasser bewegt haben, später das bessere Koordinationsvermögen sowie den ausgeprägteren Gleichgewichtssinn haben.

Infos: www.schwimmfroesche.de , Grunewaldstr. 14a (Steglitz), Tel. 793 41 84; www.wellentanz.de , Vivantes Humboldt-Klinikum, Am Nordgraben 2 (Wittenau), Tel. 46 60 64 33; www.berlinerbaederbetriebe.de

Baby-Yoga

Was sich aus dem Mund bestimmter Frauen schnell nach Lifestyle-Chi-Chi anhört, beinhaltet eigentlich sanfte Dehnungsübungen für die ganz Kleinen. Im Grunde müsste man bei dieser relativ westlichen Yoga-Spielart von Passiv-Yoga sprechen, denn es sind die Mütter, die behutsam Arme und Beine des Säuglings führen. "Viele Frauen sind extrem vorsichtig und wissen war gar nicht, was man alles machen kann", sagt Yoga-Lehrerin Lorna Neuber. "Der Vorteil ist außerdem, dass die Frauen in nur einem Kurs etwas für ihr Kind und sich selbst tun können." In kombinierten Kursen haben nämlich auch die Mütter einiges davon: gezielte Übungen sorgen bei Ihnen für weniger Verspannungen, mehr Bauchmuskeln und einen gestärkten Beckenboden.

Infos: www.lornayoga.de , Leberstr. 61 (Schöneberg), Tel. 50 57 94 43; www.pitimini.de , Kurse in Prenzlauer Berg und im Bötzowviertel Nähe Volkspark Friedrichshain, Tel. 0157-73 83 47 76

PEKIP

Der Name PEKIP kommt von ,Prager Eltern-Kind-Programm'. Das ist eine Gruppenarbeit im ersten Lebensjahr des Kindes, bei der Spiel-, Bewegungs- und Sinnesanregungen im Mittelpunkt stehen. Klingt etwas hölzern, ist es in der Realität aber überhaupt nicht. Die Babys sind in der Regel nackt oder zumindest leicht bekleidet, um beim Spielen ein besseres Körpergefühl zu haben. Nicht selten machen in diesen Mütter-Zirkeln überlebensnotwendige Tipps die Runde. Es sollen schon Freundschaften fürs Leben entstanden sein, schließlich trifft man sich über Monate. Vergleichbar sind FABEL-(Familienzentriertes Baby-Eltern-Konzept) und die sogenannten Delfi-Kurse (Denken, Entwickeln, Lieben, Fühlen, Individuell).

Infos/Kurse: www.pekip.de , www.fabel-kurs.de , delfi-ne.de

Musikgarten

Die Wartelisten können lang sein, sehr lang. Denn frühkindliches Musizieren gehört mittlerweile irgendwie dazu. Genauer gesagt: frühkindliches Rasseln, Trommeln, Bimmeln, Singen, Tanzen. Wer vorher noch nie etwas von "Kniereitern" gehört hat, wird hier erfahren, worum es sich dabei handelt. Und vielleicht am Ende nicht unbedingt einen kleinen Mozart mit nach Hause nehmen, aber dafür bestimmt ein gut gelauntes Kind, das spielerisch die eigene Stimme und erste Instrumente kennengelernt hat. "Gemeinsames Singen hilft außerdem dabei, die eigene Sprache zu entdecken", sagt "Taktino"-Kursleiterin Manuela Feiertag. Ihr geht es auch darum, Musik zurück in die Familien zu bringen. "Im Unterschied zu anderen Ländern wird bei uns nur sehr wenig zusammen gesungen."

Infos: www.taktino.de , Kurse in Wedding, Kreuzberg, Tempelhof (ab 6 Monate), Tel. 60 96 82 06; Berlin-Musikschule.com (ab 1 Jahr), Kurfürstendamm 168 (Wilmersdorf), Tel. 34 34 78 66; www.musikgaertnerin.de , Kurse in Friedrichshagen und Friedrichshain (ab Säuglingsalter), Tel. 51 06 40 50

Baby-Fitness

Der Begriff "Fitness" irritiert, aber keine Angst - hier geht es nicht etwa um Mini-Hanteln, sondern um Gymnastik und spielerisches Turnen. Säuglingen und Kleinkindern soll durch spezielle Übungen Spaß an Bewegung vermittelt werden. "Manche Babys sind kleine Bewegungsmuffel, weil sie nach der Geburt vielleicht eine Blockade hatten", sagt Physiotherapeutin Stefanie Schwarzer von MediPlaza. "Außerdem sind manche Eltern unsicher, wie sie richtig mit dem Neugeborenen umgehen sollen." Deshalb bekommen sie auch gleich noch Tipps, wie Sie ihren Nachwuchs am Besten heben und tragen. Bequem sind Kinder-Angebote im eigenen Fitness-Studio - der Nachwuchs hat Spaß, während man selbst zurück zu alter Form kommt.

Infos: www.medi-plaza.de , Säuglingsgymnastikkurs (3-8 Monate), An der Kolonnade 7 (Mitte), Tel. 22 67 92 89, www.physiotherapie-am-herthaplatz.de , Babyturnen ab 4 Monate, Herthaplatz 9 (Pankow), Tel. 47 48 87 40; aspria-berlin.de, Krabbelspaß, Eltern-Kind-Turnen (0-3 Jahre), Karlsruher Str. 20 (Halensee), Tel. 890 68 88 10

Zwergensprache

Die Idee, Zeichensprache auch für hörende Kinder einzusetzen, wurde zuerst im englischsprachigen Raum erforscht. Auch in Deutschland gibt es Kurse, in denen Babys (ab 6 Monate) und Eltern Handzeichen beigebracht werden, die auf der Gebärdensprache basieren. Diese "Babyzeichen" symbolisieren zum Beispiel Gegenstände (wie Hase) oder Tätigkeiten (wie Schlafen) und werden parallel zur normalen Sprache gebraucht. "Manche Eltern sind zuerst skeptisch", sagt Kursleiterin Heike Jürgens. "Dabei benutzt doch jedes Kind intuitiv Handzeichen. Es hebt zum Beispiel die Arme, wenn es hochgenommen werden möchte. Die Babyzeichensprache macht dies bewusster und erspart den Frust, sich nicht mitteilen zu können."

Infos: www.babyzeichensprache.com , verschiedene Kurse im Berliner Stadtgebiet, Tel. 03339 76 81 02; www.baby-handzeichen.de Mehrgenerationenhaus Pankow, Schillerstraße 49, Tel. 49 85 71 58

Baby-Shiatsu

Shiatsu ist eine aus Japan stammende Behandlungsmethode (Shi=Finger, atsu=Druck). Die Energiebahnen des Körpers sollen stimuliert werden - dies ist auch der wesentliche Unterschied zur Babymassage. Angeboten werden Kurse für Babys ab etwa sechs Wochen. "Anders als bei der Massage geht es nicht um streichelnde Bewegungen auf der Haut, sondern ich fasse die Babys richtig gezielt an", sagt Therapeutin Cora Nadjma Montie. "Erst gucken sie staunend, und dann finden sie es toll." Das Ziel: ganzkörperliches und seelisches Gleichgewicht.

Infos: www.cora-shiatsu.de , Praxis in der Remise, Ohlauer Straße 10 (Kreuzberg), Tel. 611 21 32; www.hauptstadtsportler.de , Aceki Baby Shiatsu, Soorstraße 87 (Charlottenburg), Tel. 60 95 61 66

Babymassage

Hört sich vielleicht zuerst etwas langweilig an, aber im Grunde gibt es doch nichts Schöneres, als weiche Babyhaut zu berühren. Das passiert hier unter genauer Anleitung, denn es gibt unterschiedliche Techniken. "In erster Linie geht es darum, den liebevollen Kontakt zum Kind herzustellen", sagt Karla Liebscher, Kursleiterin bei den DRK Kliniken Westend. "Es ist sinnvoll, die Babys früh an die Massage heranzuführen, da sie mit sechs bis acht Wochen motorisch noch nicht so beweglich sind und sich leichter daran gewöhnen." Babymassage ist in vielen Kulturen (zum Beispiel in Indien, Afrika oder Asien) eine uralte Tradition und soll unter anderem die Verdauung fördern (Hilfe bei Drei-Monats-Koliken), die Durchblutung und den Muskeltonus anregen. Mitunter äußerst begrüßenswerter Nebeneffekt dabei: die Massage kann auch schlaffördernd wirken.

Infos: DRK Kliniken Berlin Westend (Elternschule der Frauenklinik), Spandauer Damm 130 (Spandau), Tel. 30 35 44 12; www.berliner-hebammenladen.de , Schliemannstraße 25a (Prenzlauer Berg), Tel. 44 73 76 45; www.yoma-berlin.de , Ebelingstr. 14 (Friedrichshain), Tel. 40 69 25 29

Babysnoezeln

In speziell ausgestatteten Räumen sollen die Sinne durch Licht, Aromen, Klänge, Mobiliar oder Materialien angeregt werden. Das Konzept findet sich mittlerweile in Kindertagesstätten genauso wie in Seniorenheimen. "Das Schönste ist das gemeinsame Erleben von Entspannung, die man mit in den Alltag hineintragen soll", sagt Melanie Lewandowski, Kursleiterin in der "Baby Lounge". "Es geht weniger um gezieltes Fördern, als vielmehr darum, einmal wieder der eigenen Intuition zu folgen."

Infos: www.balou-berlin.de , Baby Lounge, Stubenrauchstraße 21 (Friedenau), Tel. 81 01 10 05; www.snoezelen-in-berlin.de , Heilpraktik in Schöneberg, Belziger Str. 36, Tel. 28 83 56 99

Buggyfit

Man kann es ruhig wiederholen: Auch die Mütter sollten nach der Geburt an sich denken. Die meisten besuchen einen Rückbildungskurs ohne Kind. Eine Möglichkeit, sich den Babysitter zu sparen, sind 60-minütige Fitness-Kurse in der freien Natur mit Buggy. Die Kurse sind eine Mischung aus Ausdauertraining, Stretching weiteren Komponenten. Auch Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Isabel Lütgen von "Buggyfit" erzählt: "Wir machen unsere Kurse in den schönsten Parks Berlins, immer da, wo sich auch nette Cafés befinden, in denen man sich nach dem Kurs über die Alltäglichkeiten des Mutter-Daseins austauschen kann."

Infos: www.buggyfit.de , Tel. 0177-705 71 95; www.laufmamalauf.de , Tel. 0177-528 32 34