Urteil

Kein Kindergeld bei zu hohem Lohn fürs Praktikum

Wenn Studenten ein Praktikum im Ausland absolvieren, kann eine zu hohe Entlohnung zum Verlust des Kindergeldes führen.

Wird dabei der Wohnsitz an den Ort des Praktikums verlegt, können auch keine Mehraufwendungen für Miete und Verpflegung von den Einkünften abgezogen werden, entschied der Bundesfinanzhof in einem am Mittwoch in München veröffentlichten Urteil. Dies sei nur bei doppelter Haushaltsführung möglich (AZ: III R 28/09). Damit scheiterte der Vater eines Informatik-Studenten vor Gericht. Der Student hatte im Jahr 2005 Einkünfte aus einer selbstständigen Tätigkeit in Höhe von 7400 Euro. Als er ab Oktober ein Praktikum in den USA aufnahm, erhielt er zusätzlich monatlich 1400 Dollar (1128 Euro) als Praktikumslohn. Die Familienkasse strich daraufhin das Kindergeld für das gesamte Jahr 2005, da der Student mehr als den erlaubten jährlichen Grenzbetrag in Höhe von 7680 Euro (heute 8004 Euro) verdient habe. Der Vater des Studenten argumentierte vor Gericht, dass von dem Praktikumslohn die Mehraufwendungen für Miete und Verpflegung als noch abgezogen werden müssten. Dann würden die Einkünfte wieder unter dem Kindergeld-Grenzbetrag liegen. Der Bundesfinanzhof wies den Kindergeldanspruch jedoch zurück. Der Student habe seinen Wohnsitz in Deutschland aufgegeben. Damit habe er während des Praktikums nur einen Haushalt geführt.