Gesundheit

Brustkrebs: Zahl der Neudiagnosen in Berlin steigt

Brustkrebs bleibt für Berliner Frauen die gefährlichste Krebsart. Nach den jüngsten Zahlen des Krebsregisters hatten Brustkarzinome unter allen Krebsneuerkrankungen einen Anteil von 33 Prozent - und lagen damit weiter deutlich vor Darm- und Lungenkrebs.

2726 Frauen in Berlin erkrankten 2008 neu an Brustkrebs, 713 starben daran. Jüngere Vergleichszahlen gibt es im gemeinsamen Krebsregister für die fünf ostdeutschen Länder und Berlin noch nicht. Insgesamt weist Berlin ungünstigere Werte auf als Ostdeutschland. Über die Ursachen gibt es nur Vermutungen: Frauen in den neuen Bundesländern könnten ein gemindertes Brustkrebs-Risiko haben, weil sie früher Kinder bekommen als West-Berlinerinnen. Auch Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht und Hormonpräparate nach den Wechseljahren gelten als ein Zusatzrisiko. Unklar ist aber, wie sehr der Lebensstil die Entstehung der Erkrankung begünstigt. Sicher ist nur, dass Brustkrebs in den westlichen Bundesländern häufiger vorkommt als im Osten. Doch Dank des Mammografie-Screenings für Frauen im Hauptrisikoalter zwischen 50 und 69 Jahren werden immer mehr Tumore im Frühstadium entdeckt. Wenn die Zahl der Neudiagnosen steigt, ist das also nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen. Denn damit steigen auch die Heilungschancen. Mittlerweile überleben rund 85 Prozent aller Frauen die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Anfang der 60er Jahre waren es die Hälfte. Ob das Mammografie-Screening die Überlebensraten weiter steigert, ist noch nicht geklärt. Das Verfahren läuft noch nicht lange genug. Brustkrebs ist auch bundesweit die gefährlichste Krebsart für Frauen in Deutschland, rund 17 500 Todesfälle gibt es jedes Jahr.