Bildung

Studie: Jeder fünfte Jugendliche in Europa kann kaum lesen

Die EU-Kommission fordert von den Mitgliedstaaten mehr Initiativen, um die Lesekompetenz von Jugendlichen zu verbessern. Einer neuen Studie zufolge könnten in Europa ein Fünftel der 15-Jährigen sowie viele Erwachsene nicht richtig lesen, erklärte Bildungskommissarin Androulla Vassiliou.

Zwar seien in den vergangenen zehn Jahren in Europa einige Fortschritte gemacht worden. Diese reichten jedoch nicht aus.

Laut der Studie gab es in Deutschland, Lettland, Polen, Portugal und Liechtenstein Fortschritte bei der Lesekompetenz. Dadurch schnitten Deutschland, Polen und Liechtenstein nun besser ab als der EU-Durchschnitt. In Irland und Schweden hätten sich die Ergebnisse verschlechtert. Auch sie rangierten aber über dem EU-Durchschnitt. Den größten Anteil von 15-Jährigen mit schlechten Leseleistungen gab es demnach 2009 mit je rund 40 Prozent in Bulgarien und Rumänien. Bislang hätten nur die flämische Gemeinschaft in Belgien, Dänemark, Estland, Finnland und Polen das Ziel erreicht, den Anteil der Jugendlichen mit schlechter Lesekompetenz auf 15 Prozent zu verringern.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass für Deutschland wie für andere EU-Staaten Unterschiede zwischen den Schulen ein wesentlicher Faktor für die Unterrichtserfolge seien. Vassiliou forderte mehr Unterrichtsmaterial, das den Bedürfnissen der Schüler angepasst werden könne. Es könne auch nötig sein, besonders ausgebildetes zusätzliches Lehrpersonal einzusetzen.