Bauprojekt in Wilmersdorf

Kinder als Maurer oder Dachdecker

Kinder mit Helmen auf dem Kopf und Werkzeug in der Hand, die mauern, das Dach decken, einen Bagger lenken - so soll es in ein paar Wochen auf der Baustelle der "Rosengärten" in Wilmersdorf aussehen. Wer dabei an Kinderarbeit denkt, liegt falsch

Für zwei Tage wird aus dem Grundstück an der Württembergischen Straße, auf dem seit März Miet- und Eigentumswohnungen gebaut werden, eine "Kinderbaustelle". Am Wochenende vom 10. und 11. September 2011 haben Kinder zwischen vier und zwölf Jahren dort die Möglichkeit, das Leben auf einer Baustelle hautnah mitzuerleben.

An insgesamt vier verschiedenen Stationen können die Teilnehmer lernen, wie man mit Hammer und Nagel umgeht, eine Mauer mit Mauerkelle und Mörtel errichtet, ein Dach korrekt deckt und einen Bagger betätigt. Damit die Kinder auch wirklich alles selber ausprobieren können, wird für die nötige Sicherheit durch einen Schutzhelm und Handschuhe gesorgt. Organisiert wird das Projekt von der Bauwert Investment Group und dem Bauunternehmen Wolf & Müller Regionalbau. Jürgen Leibfried, geschäftsführender Gesellschafter der Bauwert Investment Group, erklärt die Idee: "Wir wollen den Kindern unter kompetenter Anleitung zeigen, wie ein Bau genau funktioniert." Einen offenen Einblick in eine Baustelle kann man Kindern normalerweise kaum ermöglichen. Und deshalb unterstützt, trotz des Werbeeffekts für die Unternehmen, auch Reinhard Naumann, Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport in Charlottenburg-Wilmersdorf, das Projekt, weil es auch dazu dient "den Nachwuchs für diese Berufsbranche zu interessieren". Naumann hofft, dass viele Mädchen am Projekt teilnehmen, da die Baubranche bisher männerdominiert ist. Als das Projekt "Kinderbaustelle" 2005 in der Leipziger Straße ins Leben gerufen wurde, waren immerhin ein Drittel der Teilnehmer Mädchen.

Damals sei das Projekt sehr erfolgreich verlaufen und sowohl Kinder als auch Eltern sehr zufrieden gewesen, berichtet Leibfried. Die Organisatoren hoffen, dass auch dieses Mal viele Kinder mit Begeisterung dabei sind. In diesem Fall soll die Idee der "Kinderbaustelle" auch künftig umgesetzt werden. "Wenn das Projekt gut verläuft, werden wir es auf jeden Fall weiterführen" sagt Michael Staudinger von der Bauwert Investment Group.

Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch ist die Teilnehmerzahl auf 160 Kinder begrenzt, um die sichere Betreuung zu gewährleisten und die einzelnen Gruppen nicht zu voll werden zu lassen. Die Anmeldebedingungen und das Anmeldeformular sind auf der Internetseite www.kinderbaustelle-berlin.de zu finden. Anmeldeschluss ist der 23. August - sofern dann noch Plätze frei sind. Vergeben werden sie in der Reihenfolge der Anmeldung.