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Die Forscher: Experimentieren mit "Tim Findig"

Naturwissenschaften sind seine Leidenschaft. Sie waren es schon immer: Eine Tante versorgte den damals 10-Jährigen mit Chemiebaukästen und Chemikalien. Marc Nielsch versuchte, "die absolute Geheimtinte" zu entwickeln und ein Rezept für "Eierlikör ohne Alkohol", den auch Kinder trinken durften.

Später belegte er im Bundeswettbewerb "Jugend forscht" in der Sparte Physik immerhin den zweiten Platz.

Als er dann, viele Jahre später, auf der Faschingsfeier in der Kita seines Sohnes einige Experimente vorführte, waren die Kinder und Eltern im Publikum begeistert. Auf ihr Drängen hin entwickelte der studierte Biologe und zweifache Vater ein Bildungskonzept. Mit seiner "schlauen Handpuppe Tim Findig" zieht er nun seit 2004 durch die Kitas und Grundschulen in Mitte und Prenzlauer Berg und lehrt Vier- bis Zehnjährige die Grundlagen der Naturwissenschaften.

Er ist Wissenschaftler, trotzdem ist für ihn die Arbeit mit Kindern alles andere als banal. Er findet: "Man hat Zusammenhänge erst dann begriffen, wenn man sie Kindern verständlich erklären kann." Mittlerweile bietet er drei aufeinander aufbauende Jahreskurse für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis an. Kosten für ein Jahr, das sind 33 Stunden: pro Kind etwa 220 Euro.

Aufgrund der großen Nachfrage arbeitet Marc Nielsch inzwischen mit einer Veterinärmedizinerin zusammen, die sein Konzept übernommen hat. Geplant ist der Aufbau eines Netzwerkes für ganz Berlin. Die Idee: Die komplexen Zusammenhänge sollen den Kindern von "echten" Wissenschaftlern vermittelt werden. Erfolgreich fühlt der Biologe sich vor allem dann, wenn diese Kinder ihr scheinbares Wissen, das sie aus dem Fernsehen oder von Erwachsenen einfach übernommen haben, hinterfragen und beginnen, sich ihre eigenen Gedanken zu machen. Eltern, die er manchmal zu einer gemeinsamen Stunde mit den Kindern einlädt, sagen ihm häufig, dass sie auch gerne einen seiner Kurse besuchen würden. "Denn beim Frontalunterricht in der Schule ist nicht viel hängen geblieben", sagt Nielsch.

"Naturwissenschaften kommen in der Schule viel zu spät", findet der 38-Jährige. Nämlich meist erst in der fünften Klasse. Dabei seien Kinder zwischen vier und zehn Jahren besonders wissensdurstig. Viel Potenzial für neue Erfinder, Ingenieure oder Mediziner, die die deutsche Wirtschaft so dringend braucht, gehe damit verloren. Fragen wie 'Woher kennen Kompasse und Zugvögel immer die richtige Himmelsrichtung?' könnten die wenigsten Eltern beantworten. Und was man selbst nie verstanden hat, kann man auch nicht an Kinder weitergeben.

Kontakt: Tel. 42 08 87 32 oder im Internet: entdecke-die-welt-mit-tim-findig.de