Europaschulen

Mini-Fußball-EM im Grunewald: Am Ende siegen alle

Rennende Kinder, laute Anfeuerungsrufe - am Donnerstag wurde zum 14. Mal in der Sportanlage Hans Rosenthal im Grunewald die Mini-Fußball-Europameisterschaft angepfiffen. Rund 40 Mannschaften aus 14 Berliner Europaschulen traten gegeneinander an - oder, besser gesagt, miteinander.

Denn bei diesem Traditionsturnier geht es vorrangig darum, die verschiedenen Schulen miteinander vertraut zu machen und auf sportlicher Ebene eine multikulturelle Gemeinschaft zu bilden. Das betont auch die Koordinatorin des Turniers, Zerrin Zaaguechong-Ndonge: "Die Mini-Fußball-Europameisterschaft dient dazu, sportliche Fairness zu entwickeln und Akzeptanz und Respekt gegenüber anderen Kulturen zu fördern." Die Kinder kommen aus verschiedenen Nationen, doch eines haben sie alle gemeinsam: den Spaß am Fußball.

Ihrem Alter gemäß wurden die Schüler gestern in drei Kategorien eingeteilt: 1./2. Klasse, 3./4. Klasse und 5./6. Klasse. Für jede Altersgruppe gibt es ein eigenes Finale. Wie viele andere Kinder auch, freute sich Julian (8) von der Lew-Tolstoi-Grundschule darauf am meisten. Die Gewinnermannschaft bekommt nämlich einen Pokal. Dieser ist für die Organisatoren des Turniers aber eher zweitrangig. Im Vordergrund steht für sie der "Fairplaypokal", der an die Mannschaft verliehen wird, die am gerechtesten gespielt hat. "Die Fairness ist das A und O", sagt auch Schiedsrichterin Angelika Hellmer. Kinder sollten bei diesem Turnier die Möglichkeit haben, vielen verschiedenen Kulturen zu begegnen. Darum treffen auch in jeder Runde andere Mannschaften aufeinander. Zu den Siegern gehörten gestern letztendlich Frankreich und England.

Doch ob Niederlage oder Sieg - einig waren sich alle Kinder in ihrer Liebe für die deutsche Nationalmannschaft. Viele fiebern aber auch für ein jeweils anderes Land mit: "Ich bin für Deutschland, weil ich in Deutschland geboren wurde und für die Türkei, weil ich die Türkei liebe", sagt Deniz (12) aus der Aziz-Nesin-Grundschule. Der sechsjährige Maël hingegen ist immer "für die beste Mannschaft". Damit meint er vor allem Männermannschaften, denn wie er interessieren sich die meisten Teilnehmer dann doch weniger für den Frauenfußball. Bei der Weltmeisterschaft werden sie aber eine Ausnahme machen. Der achtjährige Emil etwa ist neugierig: "Ich frage mich, wie die Frauen so spielen."

Zum Bedauern der Organisatoren standen bei der Mini-Fußball-Europameisterschaft im Grunewald allerdings nur wenige Mädchen auf dem Feld. Die paar aber waren, wie die neunjährige Greta und ihre Freundin Chiara, mit viel Einsatz dabei. Für die Zukunft wünscht sich Angelika Hellmer mehr Spielerinnen für das Turnier. Die Organisatoren hoffen, dass die Fußballweltmeisterschaft der Frauen mehr Mädchen zum Fußball bringt.