Ehrenamt

Schüler tun Gutes

Ob Natur, Tiere oder die Mitmenschen: Berliner Kinder und Jugendliche setzen sich für vieles ein. Wir zeigen vier tolle Projekte. Nachahmung erwünscht!

Foto: Marion Hunger

Sie lesen Senioren selbstgeschriebene Geschichten vor, sammeln Müll, backen und singen für bedürftige Kinder oder laufen für den Frieden: Berliner Schülerinnen und Schüler bringen viel Fantasie und Energie auf, wenn es darum geht, sich für das Gemeinwohl zu engagieren. Die Aktivitäten sind breit gestreut: Manche Gruppen sind für Tiere oder den Wald aktiv, andere in der Nachbarschafts- oder Entwicklungshilfe. Mit ihrem Einsatz helfen die Kinder und Jugendlichen aber auch sich selbst: Sie lernen, wie man etwas anpackt, dass man etwas bewirken kann - und dass dies auch noch Spaß macht. Immer mehr Schulen denken sogar darüber nach, soziales Engagement fest in den Unterricht einzubinden. "Service Learning" nennt sich diese Methode, bei der die Inhalte der Bildungs- und Lehrpläne mit konkreten sozialen Einsätzen etwa in Seniorenheimen oder bei der Bahnhofsmission verknüpft werden. Dieser Tage eröffnet das Netzwerk "Lernen durch Engagement" ein neues Kompetenzzentrum in Berlin, das Schulen bei der Ein- und Durchführung von Service Learning unterstützen will. Die Berliner Morgenpost zeigt, wie die Methode funktioniert - und dass auch freiwillige Arbeitsgemeinschaften und sogar einzelne Schüler erstaunliche Dinge auf die Beine stellen können.

Tierschutz

Sie heißen Flöckchen und Schneewittchen, Lotte und Bamba, Spike und Plitschi und Keks und Krümel. So liebevoll, wie die Kinder der Cecilien-Grundschule in Charlottenburg-Wilmersdorf die Namen für ihre Kaninchen und Meerschweinchen ausgesucht haben, so liebevoll kümmern sie sich um sie. Gleich hinter der Eingangstür der Schule steht ein Futterkorb, darüber ein selbst gestaltetes Plakat mit Bitte um Futterspenden: "Wir (die Kleintiere) mögen Gurke, Paprika, Salat, Äpfel und Möhren - besonders das Grüne daran!"

Die "Kleine Tierfreunde AG" unter der Leitung von Erzieherin Stefanie Klahr trifft sich wöchentlich, um sich intensiv um die Tiere zu kümmern und noch mehr über sie zu lernen - etwa über ihren Körperbau oder die Vorbeugung von Krankheiten. "Pflegen und füttern tun wir sie natürlich täglich, auch am Wochenende", erzählen Iliana und Nicole (beide 9), die später Tierärztinnen werden wollen. "Aus dem Park bringen wir Löwenzahn und Gras mit", ergänzt Yassin (7), und Thomas (9) fällt ihm ins Wort: "Es macht total Spaß, das Futter selbst zu machen!"

Tiere sind an der Cecilien-Schule Teil des Schulkonzepts. Neben den "Kleinen Tierfreunden" gibt es noch eine Ponyfreunde AG. Dafür reisen extra für drei Tage pro Woche zwei Ponys auf den Schulhof an. Und zudem gibt es eine Tierschutz AG für die fünften und sechsten Klassen, geleitet von Ulrike Pollack, Tierschutzpädagogin des Tierschutzverein für Berlin e.V. "An dieser Schule ist das Engagement für Tiere besonders groß", bestätigt sie. "Die Kinder kommen auch oft zu uns ins Tierheim, bringen Futter und Sachspenden mit oder sammeln für den Tierschutz, indem sie Kuchen- oder Spielzeugbasare veranstalten." Iliana ruft: "Außerdem hat der Herr Grothe, unser Hausmeister, eine Popcorn-Maschine gekauft, damit machen wir Popcorn und verkaufen es für 50 Cent!"

Ulrike Pollack ist begeistert, welche tollen Ergebnisse die sechsmonatige intensive Arbeit mit den Kindern hervorbringt - neben bunten Collagen ganze Theaterstücke und Musicals zum Thema Tierschutz. Erzieherin Stefanie Klahr sieht darüber hinaus enorme Fortschritte bei der sozialen Kompetenz: "Die Kinder lernen durch den Umgang mit den Tieren, Empathie zu entwickeln, Bedürfnisse zu erkennen und Respekt vor anderen Lebewesen zu haben", sagt sie. "Und nicht zuletzt üben sie, Verantwortung zu übernehmen."