Auslandsaufenthalt

Eine Agentur hilft bei der Vermittlung von Au-Pair-Rentner

Es sind Frauen, die sich einen verpassten Traum doch noch erfüllen wollen: Au-pairs jenseits der 50. Wer den Auslandsaufenthalt nicht mit Erwartungen überfrachtet, sammelt neue Erfahrungen im fremden Umfeld.

"Die meisten Menschen haben noch ein Viertel ihres Lebens vor sich, wenn sie in Rente gehen", sagt die Geriatrie-Professorin und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, Ursula Lehr. Da komme bei vielen der Wunsch auf, sich nützlich zu machen.

Es komme auf eine realistische Einschätzung der Au-pair-Zeit an, betonen Experten. Natürlich erfahre man nicht jeden Tag höchste Wertschätzung für seine Arbeit, werde vielleicht auch mal als reine Arbeitskraft und nicht als Familienmitglied angesehen, sagt die Soziologin und Gerontologin Dörte Naumann vom Deutschen Zentrum für Altersfragen in Berlin. Zudem müsse man flexibel und tolerant sein: Möglicherweise müsse man in der Familie neue und andere Strukturen befolgen. Als zusätzliche Herausforderung sieht Naumann, dass es für ältere Au-pairs an ihrem neuen Einsatzort nicht so viele Netzwerke wie für Jüngere gibt.

Spezielle Agenturen helfen bei der Vermittlung. Zum Beispiel die Hamburgerin Michaela Hansen mit ihrer "Granny-Aupair"-Agentur. Sie ist eine reine Kontaktvermittlung: Bei der Anmeldung fallen 35 Euro an, bei erfolgreicher Vermittlung kommen 250 Euro hinzu. "Die Konditionen des Aufenthaltes wie Arbeitszeiten, Taschengeld, Aufgaben und eventuell die Übernahme der Reisekosten regeln die Frauen selbst mit den Familien", erklärt Hansen.