Sicherheit

Vermisst: Wie die Polizei nach hilflosen Senioren fahndet

Alte Menschen verlassen aus den unterschiedlichsten Gründen ihre gewohnte Umgebung. Manche haben ein Ziel, andere suchen einen Ort aus ihrer Vergangenheit. Manche sind gebrechlich, aber geistig rüstig, andere sind körperlich topfit, aber verwirrt und dement.

Nicht selten schaffen die Senioren den Rückweg allein nicht oder bringen sich beim Herumirren sogar in Lebensgefahr.

Gut, wenn ein desorientierter Senior an einen aufmerksamen Menschen gerät, der dessen Hilflosigkeit erkennt - oder als vermisst gemeldet wird, so dass die Polizei die Suche unterstützen kann. Allein in Brandenburg wurden im Jahr 2010 knapp 100 Personen vermisst, die älter als 60 Jahre waren, so die bundesweite Fahndungsdatei. Derzeit sind es noch mehr als 30.

Immer dann, wenn die ältere Person Opfer einer Straftat oder eines Unglücks sein könnte, möglicherweise einen Suizid plant oder sich in bedrohlicher hilfloser Lage befinde, werde die Polizei aktiv, erklärt der Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, Rudi Sonntag. Auch müsse eine Vermisstenanzeige vorliegen. Denn jeder Erwachsene im Vollbesitz seiner geistigen und körperlichen Kräfte könne grundsätzlich selbst seinen Aufenthaltsort bestimmen. Über den Umfang des Polizeieinsatzes entscheiden die persönlichen Lebensumstände, das Alter und die Witterungsbedingungen wie eisige Kälte oder Schnee, berichtet Sonntag.

"Jeder Mensch hat das Recht, zu gehen, wohin er will", betont auch die Geschäftsführerin der Brandenburger Alzheimer Gesellschaft, Angelika Winkler. Es sei schwierig, Menschen festzuhalten, die ihre Lage selbst nur noch schwer einschätzen könnten. "Das geht nur mit einem amtsrichterlichen Beschluss." Angehörige und Betreuer sollten für das Thema sensibilisiert werden. Viele Senioreneinrichtungen machen gute Erfahrungen damit, sich mit Angehörigen, Hausärzten und der örtlichen Polizei zu treffen. Es soll versucht werden, auf betroffene Personen positiven Einfluss zu nehmen.