Finanzen

Nach dem Ja-Wort ist vor dem Kassensturz

Mit der Ehe kann sich die steuerliche Veranlagung der Einkommen ändern. Die Ehepartner können sich entscheiden, ob der Fiskus sie getrennt oder zusammen besteuern soll.

"Bei einer gemeinsamen Veranlagung wird der Lohn der Eheleute erst addiert und dann halbiert, also gesplittet", erklärt Markus Deutsch vom Deutschen Steuerberaterverband. Von dieser Hälfte werde dann die Lohnsteuer ausgerechnet und wieder mal zwei genommen. Jeder versteuert also das halbe Gesamteinkommen. Ehegattensplitting nennt sich dieses Verfahren.

"Das Ehegattensplitting hat die Aufgabe, die Ehegatten nach ihrer Heirat steuerlich nicht schlechter zu stellen als Ledige", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler in Berlin. Dies könne ohne Splitting aber passieren, denn die Besteuerung verlaufe nicht linear, sondern progressiv. Das Ehepaar wird steuerlich als eine Person betrachtet, kann sich aber, da es ja doch zwei Personen sind, die doppelten Freibeträge und Pauschalen anrechnen lassen. Nach der Hochzeit ändert sich auch die Steuerklasse. Während Ledige Steuerklasse I haben, können Verheiratete zwischen verschiedenen Steuerklassen wählen. Entweder entscheiden sie sich für die Klasse III in Kombination mit Steuerklasse V, oder beide bekommen Steuerklasse IV. Seit dem vergangenen Jahr können die Ehepartner noch einen Faktor mit in die Steuerklassen III und V einfließen lassen. "Wenn beide Partner fast das Gleiche verdienen, ist Steuerklasse IV für beide am sinnvollsten, hat einer mehr als 60 Prozent und der andere weniger als 40 Prozent des gesamten Bruttoeinkommens ist die Kombination Steuerklasse III für den besser Verdienenden und Steuerklasse V zu empfehlen", sagt Caroline Kistler vom Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV).

Wie die finanzielle Situation im Falle einer Erbschaft, einer Schenkung oder eines Firmenverkaufs aussieht, hängt mit dem Güterstand der Ehe zusammen. Der Gesetzgeber sieht eine Zugewinngemeinschaft vor. Es gibt aber auch die Gütergemeinschaft und die Gütertrennung. "Diese Güterstände müssen in einem Ehevertrag vom Notar beurkundet werden", sagt Kistler. Bei der Gütergemeinschaft werfen die Ehepartner alles, was sie zu Beginn der Ehe besitzen und im Laufe der Ehe erwirtschaften, in einen Topf. Bei der Gütertrennung bleibt Vermögen, Besitz und Einkommen der Eheleute getrennt.