Medizin

Mehr Hörschäden bei Jugendlichen durch laute Musik

Die Zahl der Jugendlichen mit Hörschaden nimmt in Deutschland zu. Aus internen Daten der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg geht hervor, dass im vergangenen Jahr 63 von 1000 Kindern und Jugendlichen ein Hörgerät verschrieben bekamen.

2006 waren es 50 von 1000. Vor allem technische Geräte wie Handy und MP3-Player schädigten bei Dauerberieselung die feinen Sinneszellen im Gehörgang. "Wer regelmäßig viel und laut Musik hört, bei dem brechen nach und nach die Haarsinneszellen im Gehörgang ab. Diese wachsen nicht mehr nach. Das bedeutet, Hörverlust ist nicht heilbar", warnt Sabine Hilker von der Techniker Krankenkasse. Deswegen sollten Jugendliche den Regler nicht auf volle Lautstärke drehen und regelmäßig Musikpausen einlegen. So kann sich das Ohr erholen, erläutert die TK.

Aufpassen sollten Eltern bei Mittelohrentzündungen. Fast ein Drittel aller Kinder erkrankt bis zum dritten Lebensjahr daran. Wird die Infektion nicht behandelt, kann es im schlimmsten Fall zum Hörverlust kommen. Klagen Kinder über Ohrenschmerzen, sollten Eltern zum Arzt gehen.

Bei Babys und Kleinkindern ist Vorsorge besonders wichtig. Nur Kinder, die gut hören, können problemlos sprechen lernen. In Deutschland kommt eines von 1000 Kindern mit einer beidseitigen Hörstörung zur Welt. Seit Anfang 2009 können Eltern daher mit ihren Neugeborenen einen Hörtest durchführen.