Warum nachts fahren nicht immer die richtige Lösung ist

Regina Ammel vom ADAC rät: "Das Wichtigste ist die Kindersicherheit. Die Kinder müssen richtig und gut gesichert sein, das heißt, die Eltern müssen immer den richtigen Kindersitz dabeihaben. Und beim Anschnallen gibt es keine Ausnahmen.

Auch wenn das Kind noch so bettelt, ob es sich zum Schlafen mal abschnallen darf - das ist nicht erlaubt, da spielt es keine Rolle, ob das Kind drei oder elf Jahre alt ist. Die Eltern müssen andere Möglichkeiten suchen, um das Sitzen für das Kind bequemer zu machen, etwa mit einem Nackenkissen oder Gurtpolstern.

Bei kleineren Kindern sollte man die Fahrzeiten den Ess- und Schlafgewohnheiten anpassen, zum Beispiel eine Stunde vor dem Mittagsschlaf losfahren, dann schläft das Kind erst einmal. Wenn es wieder wach wird, hat es Hunger zu einer Zeit, zu der ohnehin eine Pause fällig wäre.

Ältere Kinder kann man in die Reiseplanung einbeziehen, ihnen zum Beispiel auf der Karte zeigen, wo man gerade ist und wie weit es von dort noch bis zum Ziel ist. Und dann sollte man natürlich ausreichend Unterhaltungsprogramm für die Kinder vorbereiten. Sie lesen zu lassen ist nur empfehlenswert, wenn die Kinder das vertragen. Mit dem Nintendo können die meisten Kinder problemlos spielen, ohne dass ihnen übel wird. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, sie abzulenken, Spiele wie "Ich sehe was, was du nicht siehst". Oder Hörspiele - da kann man vor der Reise auch neue CDs in der Bibliothek ausleihen, das macht es für die Eltern zumindest ein bisschen spannender. Außerdem sollten Reisekaugummis und Spucktüten dabei sein - auch Kindern, die vorher noch nie unter Reiseübelkeit gelitten haben, kann plötzlich schlecht werden.

Wenn es irgendwie geht, sollten Familien die Hauptreisetage meiden. Wer also nicht am Samstag an- und abreisen muss, sollte lieber an den Tagen fahren, an denen nicht so viele Autos unterwegs sind. Welche Tage man besser meidet, steht im Internet unter: www.presse.adac.de . Nachts zu fahren ist nur dann eine gute Idee, wenn sich der Fahrer vorher ausreichend ausruhen konnte. Die Realität sieht leider oft anders aus: Da wird bis abends spät gepackt, und dann geht es auf die Autobahn."