Großeltern

... und in den Ferien geht's zu Oma

Großeltern sind bei der Betreuung des Nachwuchses in vielen Famiien unentbehrlich. Was die Eltern entlastet, ist für die Kinder eine große Bereicherung. Drei Erfahrungsberichte

Foto: Massimo Rodari

Hurra, endlich Ferien! Insgesamt 13 Wochen schulfrei haben die Berliner Kinder in diesem Jahr - gegenüber rund sechs Wochen, die der durchschnittliche Arbeitnehmer beanspruchen kann. Für viele Familien gibt es nur eine Lösung, die freie Zeit zu überbrücken: "Hotel Oma". Denn kaum ein Kind will auch in den Ferien täglich in den Hort oder Schülerladen gehen, nur weil Mama und Papa zur Arbeit müssen. Und bei den Großeltern werden sie meist mit offenen Armen empfangen.

Das Engagement der rüstigen Senioren beginnt schon im Kleinkindalter. Nach Eltern und Kindertageseinrichtungen sind Großeltern in Deutschland die drittstärkste Betreuungsinstanz für Kinder bis zum Schuleintritt, zeigt eine Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI) aus dem Jahr 2010. Kinder in den ersten Schuljahren werden sogar zu mehr als 40 Prozent mindestens einmal pro Woche von ihren Großeltern betreut. Vor allem zur Überbrückung der Zeit zwischen Kita- und Schul- beziehungsweise Hortschließung und dem eigenen Nachhausekommen beanspruchen Eltern gern Oma und Opa - genauso wie in Notsituationen wie Krankheit des Kindes oder Schließzeiten, haben die DJI-Experten herausgefunden. Besonders häufig profitieren laut Studie Alleinerziehende von der Unterstützung der Großeltern. Und selbst wenn Oma und Opa in einer größeren Entfernung von den Enkelkindern leben, findet in vielen Familien eine regelmäßige Betreuung statt.

Für Mütter und Väter hat die Unterstützung durch die eigenen Eltern einen sehr hohen Wert, der sich sogar messen lässt. So stellt der "Ravensburger Elternsurvey 2010" fest, dass Väter und Mütter, die auf breite Netzwerke zurückgreifen können - insbesondere auf die Unterstützung durch Großeltern -, deutlich zufriedener sind als Eltern ohne eine solche Entlastung. Andersherum empfinden es Großeltern oftmals als sehr wichtig, dass sie gebraucht werden und über die Betreuung der Enkel eine Gelegenheit haben, mit den jüngeren Generationen in Kontakt zu bleiben - auch wenn dieser für beide Seiten nicht immer konfliktfrei verläuft.

Wer das Arrangement wohl am meisten und ohne Einschränkung genießt, sind die Kinder. Die Großeltern können ihnen vielfach das bieten, was im hektischen Familienalltag auf der Strecke bleibt: ungeschmälerte Zeit und Zuwendung. Das vermittelt ein starkes Gefühl von Geborgenheit und Wertschätzung. Oma und Opa dürfen verwöhnen und Regeln außer Kraft setzen, sie erzählen spannende Geschichten von früher und leben nicht selten ganz anders, als Mama und Papa es tun. Wenn das keine erholsame Auszeit vom Alltagsstress ist. Viel Spaß im "Wellness-Hotel-Oma", liebe Kinder!