Großeltern

Allein über die Felder streifen - und danach einen Kaiserschmarrn

Seit zwei Jahren verbringt Finn Asmussen (7) die Ferien regelmäßig bei Oma und Opa in Bad Oldesloe - allein oder gemeinsam mit seiner großen Schwester Lina. Die Vorfreude ist jedes Mal riesig, denn bei den Großeltern kann der Erstklässler vieles machen, was zuhause in Kreuzberg nicht möglich ist - vor allem allein durch die Gegend streifen.

"Meine Eltern wohnen in einer kleinen Siedlung, wo es kaum Verkehr gibt", erzählt Finns Mutter Hanne Asmussen. "Die Kinder können selbstständig Nachbarskinder besuchen, mit ihnen Flohmärkte auf der Straße veranstalten oder die Felder erobern - so wie mein Bruder und ich früher." Finn gefällt besonders der Garten am Haus: "Da kann man graben und säen, Radieschen und Blumen zum Beispiel. Und zum Essen gibt es immer das, was ich am liebsten mag: Kaiserschmarrn und Bauernfrühstück." Gern würden die Großeltern mehr Ausflüge mit den Kindern machen, weiß Hanne Asmussen. "Aber Finn und Lina sind vom Haus kaum wegzubekommen." Schließlich gibt es auch bei Regen genug zu entdecken: die alte Holzeisenbahn und das alte Playmobil von Mama und Onkel Ulf zum Beispiel und die Sammlung an Matchbox-Autos, die Oma extra für Finn immer weiter vervollständigt.

"Meine Eltern lassen sich ganz auf die Kinder ein, wenn sie zu Besuch sind", so Hanne Asmussen. "Und wenn es doch mal Heimweh gibt, kriegen sie auch das schnell in den Griff." Sie ist dankbar für das, was ihre Eltern ihren Kindern geben - und für die Entlastung und Unterstützung, die das Engagement der 69-jährigen Oma und des 73-jährigen Opa für sie selbst bedeutet. "Mein Freund und ich können uns gar nicht so viel Urlaub nehmen, wie die Kinder Ferien haben. Und in den Hort will vor allem die Ältere in der freien Zeit absolut nicht gehen. Ich muss mir also immer etwas anderes einfallen lassen, Workshops oder Besuche bei anderen Familien zum Beispiel", so die Mutter. Das sei nicht einfach zu organisieren und koste - anders als der Aufenthalt bei Oma und Opa - zudem oft Geld.

Nicht zuletzt bedeutet die Kinder-Auszeit für Hanne Asmussen und ihren Freund Zeit für sich als Paar. "Wir arbeiten zwar, wenn die Kinder weg sind. Aber abends können wir mal wieder ganz gemütlich zu zweit kochen, ins Kino gehen oder uns ins Nachtleben stürzen", sagt Hanne Asmussen. "Wenn ich sage, dass diese kinderfreien Zonen für unsere Beziehung überlebenswichtig sind, übertreibe ich nur ein kleines bisschen."