Kinderbetreuung

Alte Bundesländer: Kitaplatz nur für jedes sechste Kleinkind

Die alten Bundesländer hinken beim Ausbau der Kleinkinderbetreuung weiter Ostdeutschland hinterher. Während es in den neuen Bundesländern für jedes zweite Kind über einem Jahr (48,1 Prozent) ein Betreuungsangebot gibt, gilt dies im Westen erst für jedes sechste (17,4 Prozent).

Diese Zahlen nannte das Bundesfamilienministerium aus Anlass eines Erfahrungsaustausches mit Vertretern der kommunalen Jugendämter in Berlin.

Hintergrund des Treffens ist der Rechtsanspruch auf ein Betreuungsangebot für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr, der im August 2013 wirksam werden soll. Bisher besteht ein solcher Rechtsanspruch erst für Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr. Die Jugendämter streben an, bis zum Sommer 2013 bundesweit im Schnitt für 35 Prozent der Kleinkinder unter drei Jahren Betreuungsplätze zu schaffen. Die Zahl der Plätze soll deshalb auf 750 000 steigen. Nach Ansicht des Deutschen Städtetages reicht diese Zahl allerdings nicht.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte:"Wir müssen den Ausbau der Kinderbetreuung gemeinsam vorantreiben." Das Kinderförderungsgesetz leiste einen entscheidenden Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und biete frühe Bildungschancen, sagte die Ministerin. Fast überall gehe der Ausbau der Kinderbetreuung jetzt deutlich schneller voran als früher. 2010 hätten Länder und Kommunen 45 000 der angestrebten zusätzlichen 55 000 Plätze geschaffen. Allerdings betonte sie auch: "Wir sind noch lange nicht am Ziel."