Ravensburger Medienpreis

Morgenpost-Redakteurinnen ausgezeichnet

Die Morgenpost-Redakteurinnen Beatrix Fricke und Annette Kuhn sind gestern Abend in der Landesvertretung Baden-Württemberg in Tiergarten mit dem Ravensburger Medienpreis 2010 ausgezeichnet worden.

Die beiden Journalistinnen erhielten den "Sonderpreis Lokaljournalismus" für ihre Reportagen "Wo Hände sprechen und Augen hören" (Beatrix Fricke) sowie "Paten zum Ausleihen" (Annette Kuhn), die auf der Familienseite der Berliner Morgenpost erschienen sind.

Die Jury des mit insgesamt 18 000 Euro dotierten Wettbewerbs würdigte damit die herausragende Berichterstattung über positive Beispiele familiären Zusammenlebens.

Annette Kuhn beschrieb in ihrem Artikel das Berliner Projekt "Biffy", das Erwachsene als Paten an Kinder vermittelt. Es ist die Geschichte von zwei ganz besonderen Freundschaften: Jamie und William wachsen ohne Vater auf, aber ihre männlichen Paten sind mittlerweile für sie zu väterlichen Freunden geworden. Beatrix Fricke zeigt in ihrer Reportage, wie in einer Familie mit gehörlosen Eltern und hörenden Kindern alle voneinander lernen können. Sie beschreibt, wie die Kinder durch diese besondere Situation selbstbewusst werden. Und sie erzählt, wie das Anderssein der Eltern das Leben der Kinder trotz aller Schwierigkeiten bereichert.

Beide Artikel überzeugten die Jury. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass Annette Kuhns Artikel ein neues Phänomen beschreibt und dafür journalistische Anerkennung verdient. Sie zeige, wie schnell sich familienähnliche Konstellationen herstellen können, wenn man den Beteiligten die Chance gibt, Verantwortungsgefühl zu entwickeln. Auch Beatrix Fricke habe ihren Artikel anschaulich geschrieben und mit einer fast schon poetischen Überschrift versehen. Die Geschichte über taubstumme Eltern mit nicht behinderten Kindern informiere vorurteilslos und einfühlsam aus der Sicht aller betroffenen Familienmitglieder.

Der erste Preis ging an Stephanie Ley für die Reportage "Die Heimat in der Ferne - Über die Suche eines Adoptivkindes nach den leiblichen Eltern in Südamerika" (gesendet im SWR 2). Den zweiten Preis erhielt die Redaktion des Hamburger Abendblatts für ihre 22-teilige Serie "Kinder in Hamburg" und den dritten Preis Ulrike Steiger für ihre TV-Dokumentation "Notfall Familie - Eltern auf Zeit" (gesendet im WDR). Den vierten Preis bekamen Thomas Gerlach und Birgit Metzger für das bebilderte Feature "Uns ist ein Kind geboren" in der "taz".

Der Ravensburger Medienpreis ist einer der wichtigsten Journalistenpreise im Bereich "Familie". Die Initiatoren haben es sich zum Ziel gesetzt, dass "öffentliche Interesse für Themen rund um nicht-institutionelle Kinder- und Jugenderziehung zu fördern".