Wettbewerb

Vorbildlich: Auszeichnung für vier "Spitzenväter des Jahres"

In einem Wettbewerb unter der Schirmherrschaft von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) werden heute vier Familienväter für ihren Einsatz in ihren Familien ausgezeichnet. Weil der immer noch nicht selbstverständlich ist, lobt der Backwaren-Hersteller Mestemacher jährlich den Preis "Spitzenvater des Jahres" aus.

Jeweils zwei Väter werden dann mit 5000 Euro gewürdigt. Zum 140. Firmenjubiläum erhalten in diesem Jahr im Hotel Interconti sogar vier Väter die Auszeichnung. 80 standen zur Wahl.

Sie stehen für einen Trend, nach dem sich eine steigende Zahl von Vätern dafür entscheidet, mehr Verantwortung für Kinder und Haushalt zu übernehmen. "Wenn Väter motiviert sind und es als eine wichtige Aufgabe in ihrem Leben begreifen, Kinder, Küche und Karriere unter einen Hut zu bringen, dann können sie das genauso gut wie motivierte Frauen und Mütter", sagt die Initiatorin des Preises, Ulrike Detmers. Die Gleichstellungsrechtlerin will mit diesem Preis Männer ins Rampenlicht bringen. "Ihre Leistung soll gewürdigt werden. Vor allem wenn Männer ihren Frauen den Rücken stärken und ihnen eine Karriere ermöglichen." Sie hätten Vorbildfunktion. Dieser Rolle ist sich auch Gewinnervater Tim Bardon bewusst. Der Vater von drei Kindern hat bei seinem ersten Kind, der heute fünfjährigen Paulina, ein Jahr Elternzeit genommen und sich in Teilzeit um seine Familie gekümmert - bei den beiden nächsten Kindern, Kaja (3) und Kim (11 Monate) sogar in Vollzeit. Seine Frau Kirsa kann so ihren Beruf als Controllerin weiter ausüben. "So hat sie beste Wiedereinstiegschancen und kann, während ich bei den Kindern bin, in Vollzeit und anschließend in Teilzeit arbeiten." Burdon ist leitender Angestellter eines Kölner Unternehmens. "Es ist toll, wenn man einen Arbeitgeber hat, der da mitspielt." Doch auch in seinem Bekanntenkreis könnten es sich die meisten Männer nicht vorstellen, ein Jahr Auszeit für die Familie zu nehmen. Trotzdem hat er inzwischen Väter kennengelernt, die sich so wie er darauf eingestellt haben. "Wir waren uns einig: Es ist machbar. Und jetzt freue ich mich, dazu beizutragen, dass das Thema mehr Aufmerksamkeit bekommt." 2012 werden voraussichtlich wieder zwei Väter den Preis erhalten. Die Teilnehmer müssen von einer familienfremden Person empfohlen werden. Die muss den Vorschlag begründen und zwei Personen als Bürgen dafür nennen.