Unterstützung bei Betreuung und Behördengängen

Helfer für junge Berliner Familien gesucht

"Lose Enden zusammenfügen" - so nennt Projektleiterin Kerstin Gentsch das Betreuungsengagement "Familienfreunde". Das Familienzentrum Berlin des SOS-Kinderdorfes in Hellersdorf sucht junge Familien, die Unterstützung im Alltag brauchen, und ehrenamtliche Helfer, die diesen Familien unter die Arme greifen.

Auf diese Weise soll Eltern gerade in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder geholfen werden.

"Wir dienen der Vernetzung", sagt Kerstin Gentsch. "Die Familienfreunde sind nicht nur für Alleinerziehende da, sondern auch für junge Elternpaare. Viele Familien haben oft einfach Schwierigkeiten, den neuen Anforderungen gerecht zu werden und alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen." In dieser Situation könne eine ältere Person mit mehr Lebenserfahrung Halt geben. Sie profitiere ihrerseits von dem Engagement: "Viele wollen andere unterstützen, wissen aber nicht, an wen sie sich wenden sollen", sagt Kerstin Gentsch. Eine Hilfe, wie sie die "Familienfreunde" ermöglichen, schaffe für beide Seiten Nähe und fördere Hilfsbereitschaft. "Meistens bewerben sich Frauen als Paten oder Paare, deren Kinder schon aus dem Haus sind und die gemeinsam helfen wollen", sagt Kerstin Gentsch. "Ehrenamtlich und in ihrer Freizeit, obwohl sie berufstätig sind." Alle Bewerber seien sehr engagiert und wollten sich einsetzen, weil sie selbst wissen, wie schwierig es sein kann, Familie und Beruf zu organisieren.

Wenn beim ersten Kennenlernen beider Seiten die Chemie stimmt, wird besprochen, wie die Unterstützung aussehen kann. Die Familienfreunde holen beispielsweise Kinder vom Kindergarten ab oder bringen sie abends ins Bett, wenn die Eltern noch arbeiten müssen. Oder sie begleiten sie durch die Stadt von einem Ort zum anderen, wenn kein Angehöriger Zeit findet. Sie erinnern an Arzttermine, insbesondere an Impfungen. Sie sind aber auch sonst für die jungen Familien da, haben ein offenes Ohr für Probleme.

Im Familienzentrum suchen nicht nur bedürftige Familien Hilfe, sagt Kerstin Gentsch. Sie stammten aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Nach ihrer Erfahrung handelt es sich meistens um Familien, die ihre Kinder über alles lieben - das Gegenteil von Vernachlässigung. Häufig ist der Partner beruflich viel unterwegs oder arbeitet in einer anderen Stadt. Die Paten bekommen von den Mitarbeitern des Familienzentrums Informationen über soziale Einrichtungen und Beratungsstellen sowie Adressen von Behörden. Angeboten werden auch ein Babysitter- und ein Erste-Hilfe-Kurs. Außerdem werden die Familienpaten in Seminaren von Experten geschult. Themen sind: Medien in der Familie, Konfliktlösungen, Kinder- und Säuglingspflege oder Rechtsberatungen zu Aufsichtspflicht und Datenschutz. Interessierte können beim SOS-Familienzentrum einen Termin vereinbaren, bei dem das Projekt vorgestellt wird. Infos: www.sos-kinderdorf.de/familienscouts_fz.html oder Tel. 568 91 00