Valentinstagsgeschichten

Deniz und Arzu, Standesamt Mitte

Das Paar kennt sich seit der Kindheit. Er wollte schon mit 15 was von ihr - sie aber lange nicht von ihm

Foto: Sven Lambert

Zwölf Uhr. Spätestens jetzt sollten Deniz Torun (26) und Arzu Cakirci (27) durch die Tür des Standesamtes rauschen. Eigentlich. Doch nichts passiert. Verwandtschaft, Mitarbeiter, alle warten. Da, endlich, 12.20 Uhr, das junge Brautpaar aus Tiergarten trifft ein. "Der Friseur kam zu spät", wiederholt Arzu Cakirci immer wieder und greift neben dem Personalausweis zum Nagellackfläschchen. Dann muss es schnell gehen, gleich ist schon die nächste Trauung. "Wollen Sie, Arzu Cakirci?" "Ja." "Wollen Sie, Deniz Torun?" "Ja."

Berliner Morgenpost: Sie kennen sich...

Er: ... schon seit der Kindheit.

Sie: Wir haben in derselben Straße gewohnt. Schon mit 15 wollte er was von mir. Ich aber nicht von ihm, erst später, auf der Hochzeit meiner Cousine, sind wir uns nähergekommen. Im Oktober 2009 haben wir geheiratet, aber nicht standesamtlich.

Berliner Morgenpost: Wie sah der Heiratsantrag aus?

Er: Ich habe einen Ring gekauft und ihn bei mir zu Hause mit Rosen aufs Bett gelegt, was anderes ist mir nicht eingefallen. Dann ist sie gekommen, und ich hab ihr die Augen zugehalten und sie ins Schlafzimmer geführt - sie hat angefangen zu weinen und ist mir in die Arme gefallen.

Berliner Morgenpost: Was zeichnet Ihre Liebe aus?

Er: Bei uns gibt es viel Liebe und Respekt.

Sie: Wir helfen uns, wenn es dem anderen schlecht geht. Wenn einer schlechte Laune hat, ist der andere extra gut drauf.

Berliner Morgenpost: Wie bleibt man für immer zusammen?

Er: Man muss sich vermissen. Immer, wenn ich arbeite, freue ich mich sehr auf zu Hause. Und man muss Respekt haben, sich tolerieren.

Sie: Genau, Respekt auf jeden Fall.

Berliner Morgenpost: Was würden Sie ihm/ihr nicht verzeihen?

Sie: Wenn er mir fremdgeht.

Er: Das Gleiche. Aber ich liebe sie zu sehr.

Berliner Morgenpost: Was regt Sie am Partner auf?

Er: (Pause) Wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat, dann muss es sofort passieren. Einmal bin ich nach Hause gekommen und die Wohnung war in einer anderen Farbe gestrichen!

Sie: Nichts, wirklich.

Berliner Morgenpost: Was machen Sie am Valentinstag?

Beide: Feiern, indisch essen gehen, das machen wir immer an besonderen Tagen.

Berliner Morgenpost: Womit überraschen Sie Ihren Partner heute Nacht?

Er: Außer dem einen werden wir nix Besonderes machen. Das haben wir schon damals nach der großen Hochzeit gemacht: 50 Rosenköpfe von der Wohnungstür bis zum Bett, Kamin an, Kerzen im Schlafzimmer und Sekt dazu.