Gesundheit

Weiterhin häufig verbotene Weichmacher in Spielzeug

Spielzeug enthält weiterhin häufig verbotene Weichmacher. Bei einer Stichprobe kurz vor der Spielwarenmesse in Nürnberg, die am Donnerstag beginnt, seien in vier von 18 Spielfiguren gesundheitsschädliche Phtalate entdeckt worden, teilte die Prüfgesellschaft Dekra am Dienstag mit. Diese Stoffe gälten als besonders gefährlich.

Die Verwendung von sechs Phtalaten in Spielzeug und Babyartikeln war demnach schon im Jahr 2005 erstmals verboten worden.

Insgesamt geht die Belastung laut Dekra aber offenbar zurück. Die Ergebnisse ließen vermuten, "dass die Industrie auf gesundheitsschädliche Phtalat-Weichmacher zunehmend verzichtet", sagte Dekra-Laborleiter Peter Spengler. "Natürlich kann man keine generelle Entwarnung geben", schränkte er allerdings ein.

Kritik übte die Dekra vor allem an den Händlern. Hier bestehe noch Nachholbedarf bei den Auskunftspflichten, so die Prüfgesellschaft. Nur zwölf der 18 Handelsunternehmen hätten bei den Testkäufen innerhalb der Frist von 45 Tagen Auskunft geben können, ob und welche besorgniserregenden Stoffe in den Produkten enthalten waren. An den Auskünften selbst hatte die Dekra aber nichts auszusetzen: Diese seien alle wahrheitsgemäß gewesen, wie die Laboranalysen ergeben hätten.

Vor einem Vierteljahr hatte die Stiftung Warentest 50 Spielzeuge auf Schadstoffe und Sicherheitsmängel untersucht - 15 Plüschtiere, 15 Holzspielzeuge, zehn Plastikspielzeuge und zehn Babypuppen. Die Stiftung kam zu dem Ergebnis, dass etwa 80 Prozent der Spielzeuge gesundheitsgefährdende Schadstoffe enthielten - nur acht der geprüften Produkte waren nicht belastet. Beim Testergebnis gab es zwei Überraschungen: Unter den beanstandeten Produkten war auch Holzspielzeug, außerdem waren mehrere Spielwaren von Markenfirmen belastet. Laut Stiftung Warentest erfüllten sieben Produkte nicht einmal ansatzweise die gesetzlichen Vorgaben und hätten so gar nicht verkauft werden dürfen.

Eine gute Empfehlung für besorgte Eltern und andere Käufer von Kinderspielzeug hatte die Stiftung Warentest jedoch auch noch parat: Stoffpuppen haben bei den Stichproben ganz gut abgeschnitten. Sie waren meist gering oder gar nicht belastet.