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Fläming-Grundschule: Gemeinsam lernen

Cindy und ihre Mitschüler der 3 d bilden einen Stuhlkreis. "Der Herbst steht auf der Leiter", sagen sie in kleinen Gruppen Strophe für Strophe auf. Als Cindy dran ist, stützen sie zwei Mitschüler links und rechts beim Aufstehen. Ganz selbstverständlich.

Cindy hat eine Gehbehinderung und ist auf ihren Rollator angewiesen.

Die Kinder besuchen die Fläming-Grundschule in Schöneberg, die erste Schule Deutschlands, in der Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam im Unterricht saßen. Seit 35 Jahren lernen und spielen in dieser Integrationsschule Kinder mit Sprach-, Hör-, Seh-, Körper-, Lern- oder geistiger Behinderung. Zurzeit sind es zwölf Prozent der 560 Kinder. "Normal ist das, was man täglich kennenlernt", sagt Schulleiterin Rita Schaffrinna. "Und wenn man täglich erlebt, dass alle verschieden sind, dann ist das eben die Normalität." Die Kinder schließen Freundschaften und streiten sich, wie an anderen Schulen auch. Der pflegerische Aufwand allerdings ist höher. Die Klassenlehrerin betreut ihre Schützlinge gemeinsam mit einer pädagogischen Unterrichtshilfe. "Von der intensiven Betreuung profitieren nicht nur die Kinder mit Behinderung", sagt Direktorin Schaffrinna: "Unser größter Erfolg ist, dass die Kinder lernen, Menschen nicht nach äußeren Merkmalen zu beurteilen."

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