Geldtipp

Entschädigung für den zerstörten Computer

Schnell mal nach dem Weg schauen, die neuesten Nachrichten lesen, E-Mails abrufen, mit Freunden chatten, online gespeicherte Tabellen und Texte bearbeiten... Wie häufig viele von uns ihren Computer nutzen, bemerken sie vor allem dann, wenn er gerade mal nicht funktioniert oder einfach weg ist.

Immerhin: Wer auf seinen Computer verzichten muss, weil ein anderer ihn beschädigt hat, der kann auf Entschädigung hoffen. Das ist obergerichtlich entschieden. In einem entsprechenden Fall wollten Bekannte nur gemeinsam ein paar Fotos auf dem Bildschirm ansehen. Dabei kam eine Kaffeetasse zu Fall und ein Großteil ihres Inhalts ergoss sich quer über die Tastatur. Der Rechner war in diesem Zustand nicht mehr zu gebrauchen und musste für vier Tage zu einem Reparaturservice.

Vom Haftpflichtversicherer forderte der Geschädigte die Erstattung der Reparaturkosten für den Computer sowie Ersatz für den Nutzungsausfall. Dabei berief er sich auf einen Beschluss des Oberlandesgerichtes München vom März vergangenen Jahres, in dem es um die widerrechtliche Beschlagnahmung eines Computers ging (Az.: 1 W 2689/09). Er verlangte 40 Prozent des üblichen Nettomietzinses für ein vergleichbares Gerät als Nutzungsausfall. Der Gerichtsbeschluss wertet den Computer als das, was er für viele von uns im Privathaushalt eben auch ist: als "Lebensgut", dessen ständige Verfügbarkeit für die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung zentrale Bedeutung hat.

Allerdings dürfte ein Anspruch, wie er dem geschädigten Computerbesitzer hier zugesprochen wurde, nur durchsetzbar sein, wenn definitiv kein anderer internetfähiger Computer zur Nutzung zur Verfügung steht. Denn wem noch ein anderer Weg ins Netz offen steht, der ist nicht auf ein Ersatzgerät angewiesen.

Es sind nicht mehr nur technikverliebte Außenseiter, die ihren täglichen Kontakt zum weltweiten Netz suchen - so sehen es zumindest die verantwortlichen Richter am Oberlandesgericht München.