Gesundheit

Familienbasierte Therapie hilft gegen Magersucht

Gegen Magersucht hilft eine gezielte familienbasierte Behandlung wesentlich besser als eine individuelle Psychotherapie. Die Einbeziehung der Eltern verdoppelt einer Studie zufolge die Aussicht auf eine langfristige vollständige Symptomfreiheit.

"Diese Studie war dringend nötig", sagte Untersuchungsleiterin Lucille Packard von der kalifornischen Universität Stanford. "Anorexie ist eine lebensbedrohliche Krankheit, und es ist bemerkenswert, wie wenig wir über die Behandlung wissen." Menschen mit Magersucht fühlen sich zu dick und versuchen nach Möglichkeit abzunehmen. Betroffen sind etwa 0,6 Prozent der Mädchen, Jungen erkranken deutlich seltener. In der Studie verglichen die Forscher an 120 Patienten zwei verschiedene Ansätze: Eine Gruppe unterzog sich ein Jahr lang einer Psychotherapie, die sich auf die Ängste der Patienten konzentrierte. In der anderen Gruppe wurden die Eltern ebenfalls über die Dauer eines Jahres regelmäßig angewiesen, verstärkt auf das Essverhalten ihrer Kinder zu achten. Ein Jahr nach dem Ende dieser familienbasierten Therapie war etwa die Hälfte der Teilnehmer vollständig symptomfrei. Mindestens 95 Prozent hatten Normalgewicht und kein gestörtes Verhältnis mehr zum Essen. In der individuell behandelten Vergleichsgruppe lag der Anteil nur bei 23 Prozent, so die Forscher im Fachblatt "Archives of General Psychiatry".