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Nur in sechs Ländern der Welt gibt es keine Pfadfinder

Foto: picture alliance / imagestate/HI / picture alliance / imagestate/HI/The British Library / Heritage I

Geschichte Gegründet wurde die Pfadfinderbewegung 1907 vom britischen General Robert Baden-Powell. Seine Botschaft "Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt", ist bis heute Leitsatz der Pfadfinder. 1920 fand unter Leitung Baden-Powells das erste Weltpfadfindertreffen "Jamboree" statt, zu dem etwa alle vier Jahre Zehntausende Pfadfinder zusammenkommen. Auch in Deutschland wurden vor dem Ersten Weltkrieg verschiedene Pfadfinderverbände gegründet, in der Nazizeit dann aber nach und nach verboten. Nach dem Zweiten Weltkrieg fasste das Pfadfindertum nur langsam wieder Fuß - zu groß war die Scheu vor einer organisierten Jugendbewegung. In der DDR blieben Pfadfinderverbände verboten. Bis Anfang der 60er-Jahre waren Jungen und Mädchen meist streng getrennt. Erst Ende der 60er-Jahre arbeiteten die Verbände koedukativ.

Mitglieder Weltweit gibt es etwa 38 Millionen Pfadfinder. Nur sechs Länder auf der Erde haben bislang keine Pfadfinderverbände: Kuba, Andorra, China, Nordkorea, Laos und Myanmar. In Deutschland sind es insgesamt 260 000 Mitglieder, 190 000 davon in den vier großen, von der Weltorganisation (WOSM) anerkannten Verbänden DPSG, VCP, BdP und PSG. Daneben gibt es noch eine Vielzahl weiterer kleinerer Verbände. Vorsicht bei der Wahl eines Verbandes ist geboten, weil auch immer wieder Gruppen mit rechtsradikalem Hintergrund versuchen, Mitglieder zu werben. In Berlin gibt es in den großen Verbänden etwa 1500 Pfadfinder, 744 bei der DPSG, 500 beim BdP und fast 300 beim VCP. Die Mitglieder werden je nach Alter und Verband in drei oder vier Stufen eingeteilt. Die Sechs- bis Elfjährigen starten als Wölflinge, dann folgen die Jungpfadfinder, ab 13/14 Jahre werden sie zu Pfadfindern und schließlich ab 16 Jahren zu Rovern.

Symbole Das Zeichen der Pfadfinderbewegung ist die Lilie, in manchen Verbänden auch das Kleeblatt. Die drei Blätter stehen für die drei Grundsätze: Verpflichtung gegenüber Gott, Verpflichtung gegenüber anderen und Verpflichtung gegenüber sich selbst. Pfadfinder grüßen sich mit den Worten "Gut Pfad". Man reicht sich nicht die rechte, sondern die linke - die von Herzen kommende - Hand. Die rechte Hand streckt man auf Schulterhöhe und den Zeige-, Mittel- und Ringfinger dabei aus. Die drei ausgestreckten Finger stehen ebenfalls für die drei Grundsätze.

Beiträge Der jährliche Mitgliedsbeitrag wird von den örtlichen Gruppen festgelegt. Bei der DPSG beträgt er etwa 50 Euro pro Jahr, beim BdP liegt er zwischen 60 und 90 Euro und beim VCP zahlen Kinder und Jugendliche 59 Euro. Für Geschwister gibt es Rabatte. Dazu kommen allerdings noch die Kosten für Lager und Ferien-Camps.

Informationen Wer Interesse an einer Mitgliedschaft als Pfadfinder hat, kann sich an die Berliner Landesverbände wenden. DPSG, www.dpsg-dv-berlin.de , Tel. 75 69 03 55; BdP, www.bbb.pfadfinden.de , Tel. 74 92 37 41, VCP, www.bbb.vcp.de , Tel. 319 11 13.Auf den Websites bekommt man auch einen Überblick, in welchen Bezirken es Gruppen gibt.

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