Sozialpolitik

Minijob fließt in Berechnung des Elterngelds ein

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Angelika Röpcke

Mit dem Elterngeld soll Müttern und Vätern erleichtert werden, nach der Geburt eines Kindes eine berufliche Auszeit zu nehmen. Es wird für maximal 14 Monate gezahlt. Der Zeitraum kann zwischen den Eltern aufgeteilt werden. Doch wie wird der Betrag berechnet?

Das Elterngeld ersetzt 67 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens. Es beträgt mindestens 300 und maximal 1800 Euro. Aber nicht alle Erträge im Jahr vor der Geburt des Kindes werden in die Berechnung einbezogen. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder aus Kapitalvermögen spielen für die Elterngeldberechnung keine Rolle. Auch das Geld aus einer Abfindung bleibt unberücksichtigt. "Eine Abfindung ist kein laufender Arbeitslohn", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler aus Berlin.

Provisionszahlungen dagegen sind laufende Zahlungen und fließen in die Elterngeldberechnung ein, sagt Thomas Voelzke, Richter am Bundessozialgericht in Kassel. Genauso behandelt werden regelmäßige Umsatzbeteiligungen, die zum Beispiel in der Automobilbranche üblich sind. Wird Urlaubs- und Weihnachtsgeld fortlaufend gewährt, fließt es in die Berechnung des Nettogehalts der vergangenen zwölf Monate ein. "Das ist ein normales Einkommen, man hat sich nur auf eine andere Auszahlung geeinigt", sagt Käding. Anders sieht es aus, wenn es sich um einmalige Leistungen handelt, zum Beispiel ein 13. Monatsgehalt, einen Extrascheck zum Jahreswechsel oder eine Entschädigung. "Diese bleiben als sonstige Bezüge bei der Einkommensermittlung für das Elterngeld unberücksichtigt", sagt Charlotte Cary von Buttlar, Pressereferentin im Bundesfamilienministerium in Berlin.

Teilzeitarbeit beeinflusst Zahlung

"Auch pauschal versteuerte Einkünfte aus einer geringfügigen Beschäftigung - den sogenannten Mini-Jobs - fließen in die Einkommensermittlung ein", erklärt von Buttlar. Manche Mütter in Elternzeit haben auch nach der Entbindung weiter einen Nebenjob. Steuerexpertin Käding betont: "Wer in Teilzeit weiterarbeitet, bekommt weniger Elterngeld." Die Leistung orientiert sich dann an der Differenz zwischen dem maßgeblichen Einkommen vor der Geburt und während des Elterngeldbezuges. Einnahmen aus einem Ehrenamt sind steuerfrei und werden nach Ministeriumsangaben bei der Einkommensberechnung für das Elterngeld nicht berücksichtigt. Anders ist es bei steuerpflichtigen Einkünften. Sie sind für die Ermittlung des Elterngeldes wichtig.

Selbstständige erhalten das Geld für ihre Arbeit oft erst Monate später. Für das Elterngeld kommt es nach Ministeriumsangaben bei ihnen aber auf den Zeitpunkt der Zahlung an. Zu spät geleistete Honorare können unter Umständen nicht für das Elterngeld berücksichtigt werden. Entscheidend für die Ermittlung der staatlichen Leistung sind die Einnahme-Überschussrechnungen der zwölf Monate vor der Geburt beziehungsweise der vergangene Steuerbescheid.

Mehr Informationen beim Bundesfamilienministerium: www.bmfsfj.de

( dpa )