Studie

Aufwachsen in Krisenzeiten

Wirtschaftskrise, Klimawandel und ungelöste Konflikte in der Welt - wie nehmen Kinder diese krisenhaften Zeiten wahr? Was beunruhigt sie, und was erwarten sie für ihre Zukunft? Das Meinungsforschungsinstitut iconkids & youth befragte im Auftrag der Zeitschrift Eltern family 731 Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren befragt. Das Ergebnis: 48 Prozent der Sechs-bis Zwölfjährigen fürchten um den Job ihrer Eltern und 65 Prozent haben Angst, dass die Umwelt zerstört wird.

Auf die Frage: "Was beschäftigt dich am meisten, wenn du über die Welt nachdenkst?", antworteten 60 Prozent der Befragten "die vielen armen Kinder, denen es nicht gut geht". Doch auch in der eigenen Familie und dem nahen Umfeld gibt es viele Dinge, die den Kindern Sorgen machen. So bekommen zum Beispiel viele die Wirtschaftskrise jetzt in der eigenen Familie zu spüren. Fast die Hälfte der Befragten (47 %) sagt: "Bei uns wird jetzt mehr gespart." Besonders in den neuen Bundesländern wird aufs Geld geachtet. Hier müssen nur 29 Prozent ihre Ausgaben auch jetzt nicht einschränken, in den alten Bundesländern sind es 37 Prozent. Ganz oben auf der Streichliste steht bei den Familien der Urlaub. Im Westteil des Landes gaben 26 Prozent der Kinder an, darauf verzichten zu müssen, im Ostteil sogar 33 Prozent.

Bei Lebensmitteln achtet mehr als ein Drittel der Ostdeutschen (36 Prozent) auf günstige Angebote, während im Westen 19 Prozent auf diese Weise sparen. Auch Ausflüge werden in den neuen Bundesländern überdurchschnittlich eingeschränkt: Rund ein Viertel der befragten Kinder (26 Prozent) gibt an, dass sie "nicht mehr so oft etwas machen" - wie etwa Kino oder Schwimmbad (zum Vergleich: im Westen betrifft das 14 Prozent der Kinder). Eine weitere Diskrepanz: Jedes zehnte Kind im Osten bekommt weniger oder gar kein Taschengeld mehr. Im Westen betrifft das nur 2 Prozent.

Dafür haben die Kinder in den alten Bundesländern mehr Angst vor Gewalt in der Schule. Hier fühlen sich 40 Prozent manchmal bedroht, in den neuen Bundesländern sind es 28 Prozent.

Sorgen macht den Kindern auch der Krieg in Afghanistan. Der Hälfte aller Kinder macht dieser Konflikt Angst und 54 Prozent der Kinder fürchten sich davor, dass in ihrer Nähe einmal etwas Schlimmes passieren könnte.

Doch trotz aller Krisen schauen die Kinder optimistisch in die Zukunft. Um ihre Finanzen im Erwachsenenalter sorgen die Kinder sich trotz Wirtschaftskrise kaum. 82 Prozent der befragten Kinder gehen davon aus, dass sie später einmal genug verdienen werden, um davon leben zu können. Ebenfalls optimistisch gehen sie die private Lebensgestaltung an. 80 Prozent sagen: "Ich werde später eine eigene Familie haben."