Gäste-Stimmen

Was sich Minister zu Guttenberg wünscht

Beim Neujahrsempfang der Berliner Morgenpost spricht man. Das ist der Sinn. Wir haben die Gästen gefragt, was sie für das Jahr 2011 erwarten.

Ex-Finanzsenator und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin hat für 2011 ein Projekt: "Mein Projekt ist es, Ordnung und Struktur in mein Leben zu bringen. Deshalb gibt es Vortragstermine jetzt nur noch donnerstags und freitags." Außerdem möchte er alle medialen Äußerungen über sich sammeln. "Ich bin ja schließlich ein lernfähiger Mensch."

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): "Ich wünsche mir eine Entwicklung zum Guten an vielen Stellen: National, europäisch, international."

Wissenschaftsministerin Anette Schavan (CDU): "Ich wünsche mir eine politische Kultur des langen Atems und nur gelegentlicher Aufgeregtheit. Hoffentlich wird 2011 ein Jahr mit Zukunftsoptimismus, Frieden, Zusammenhalt der Generationen und vielen Arbeitsplätzen."

Rainer Brüderle (FDP), Bundeswirtschaftsminister: "ich will 2011 dazu beitragen, dass die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland weiter steigt." Er ließ sich seine gute Laune wegen des anhaltenden Steuerstreits mit Finanzminister Wolfgang Schäuble nicht verderben: "Unser Verhältnis ist persönlich weiterhin exzellent. Was den Steuerstreit angeht, so gilt die Vereinbarung, dass alle Steuervereinfachungen, die technisch möglich sind, auch noch in diesem Jahr kommen."

Marco Huck , Boxweltmeister im Cruisergewicht, wünscht sich, "was sich alle Boxer wünschen: Den WM-Kampf zwischen Vladimir Klitschko und David Haye."

Marco Baldi , Geschäftsführer von Alba Berlin wünscht sich als Schlagzeile für 2011: "Auf uns bezogen: Alba holt nach dramatischem Kampf die neunte Meisterschaft nach Berlin. Weltweit gesehen: Die Kinderarmut weltweit wurde drastisch reduziert."

Dieter Kosslick über zu erwartende Schlagzeilen 2011. "Mich überrascht nichts mehr – außer das Frühstücksei." Anfang des Jahres mischt sich der Berlinale-Direktor traditionell wieder zusehends unter die Berliner – seine Filmfestspiele stehen vor der Tür. Und auf die schaut er zuversichtlich voraus: "Wenn nach elf Jahren 2011 die Coen-Brüder wieder bei uns zu Gast sind, dann wird es ein gutes Jahr." Privat hat er sich nur kleine Ziele gesetzt, zum Beispiel: "Ich möchte öfter ins Restaurant Margaux gehen und dort das vegetarische Menü genießen."

Wolfgang Joop: "Die wirklich wichtigen Dinge erkenne man erst, wenn sie verloren gehen, so der Modedesigner. "Erst wenn die große Liebe gegangen ist, wird einem bewusst, dass sie fehlt." Er frage sich: "Was ist Glück, angesichts der Glücksritter und Goldgräber, die Berlin erobert haben und die Stadt bevölkern? Ist es die Million, der Return on Investment, der wirtschaftliche Erfolg? Nein." Joop, der wegen einer Trommelfellverletzung – nach einer Ohrfeige von seinem Partner Edwin Lemberg – noch immer schwer hört, hat den Begriff für sich neu definiert: "Glück ist, wenn man trostfähig ist."

Hellmuth Karasek : "Ich wünsche mir, dass 2011 gesellschaftlich und politisch alles so bleibt, wie es ist – und doch alles anders wird." Auch persönlich äußert er einen Wunsch: "dass ich manchmal vergessen kann, wie alt ich inzwischen bin."

Heidi Hetzer : "Ich wüsnche mir, dass es 2011 weiter bergauf geht. Aber es wird ein heißes Jahr in jeder Beziehung. Und ich bin froh und dankbar, dass ich das erleben darf."

Für Max Raabe steht 2011 im Zeichen seines neuen Albums, dass er mit Annette Humpe zusammen aufgenommen hat. "Texte und Musik sind innerhalb eines Jahres enstanden, für Künstler bedeutet das Lichtgeschwindigkeit", erzählt er. Und enttäuscht die, die wieder 20er- oder 30er-Jahre Musik erwarten: "Das Album klingt wie 2011, natürlich bin ich aufgeregt, ob das gut ankommt."

Auch die Musiker von "Silly" - Ritchie Barton, Uwe Hassbecker, Jäcki Reznicek - planen ein neues Album und freuen sich auf viele Konzerte und Festival-Auftritte in und um Berlin. Die drei Musiker entschuldigten das Fehlen ihrer Frontfrau Anna Loos , die derzeit mit Ehemann Jan Josef Liefers Hilfscamps in Haiti besucht, und deshalb nicht mitkommen konnte. Die Band ist trotz vieler aktueller Hits bescheiden geblieben: "Es ist immer schwierig, nach einem Erfolgsalbum nachzulegen."

Christoph Meyer , Landesfraktionschef der FDP in Berlin, will trotz der Umfragen von derzeit vier Prozent "einen guten, inhaltlich orientierten Wahlkampf führen."

Mark Milde , Renndirektor des Berlin-Marathons: "Ich wünsche mir für 2011 heile Straßen ohne Schlaglöcher für unsere Läufer und gute Verkehrsbedingungen für die vielen Gäste."

Carola Bluhm (Linke), Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, erwartet 2011 "einen vollen Terminkalender."

Kai Wegner (CDU), Mitglied des Bundestages, hat sich für 2011 vorgenommen, "dass wir die Wahl gewinnen und Rot-Rot ablösen".

Petra Merkel (SPD), Mitglied des Bundestags und Vorsitzende des Haushaltsausschusses im Bundestag: "2011 ist mir wichtig, dass wir das soziale Europa hinkriegen. Und nicht nur den Euro retten, sonst geht die europäische Idee kaputt."

Heinz Buschkowsky (SPD) , Bezirksbürgermeister von Neukölln, wünscht sich für 2011: "Alle Kinder, die in Berlin und Deutschland geboren werden, sollen die gleichen Kompetenzen erwerben können." Über seine Wahl zum Berliner des Jahres sagt Buschkowsky: "Als Bürgermeister von Neukölln spielt man normalerweise nicht in dieser Liga. Die Reaktionen der Menschen sind überwältigend. Leute fahren in ihren Autos rechts ran, steigen aus und gratulieren. Da wird einem warm ums Herz."

Frank Steffel , CDU, Mitglied des Bundestags und Präsident der Füchse Berlin sagte auf die Frage, was 2011 wichtiger sei: Der Wahlsieg für die CDU oder die Handball-Meisterschaft für die Füchse: "Wenn die Füchse in die Champions League kommen, müsste ich noch mal überlegen."

Harald Wolf (Linke), Wirtschaftssenator, will 2011 "über den Berliner Tellerrand blicken. Dabei ist das Wichtigste: Der Euro, der Euro, der Euro!"

Stephan Schwarz , Präsident der Handwerkskammer von Berlin: "Das Wichtigste für das Handwerk ist es, wie es nach dem Konjunkturpaket weitergeht."

Heiner Pietzsch , Kunst-Mäzen: "Zurzeit hoffen wir vor allen Dingen, dass wir mit unserem Hausbau vorankommen. Das wäre wichtig. Und natürlich gibt es auch 2011 wieder viel Kunst in Berlin zu bestaunen."

Regina Ziegler , Filmproduzentin: "Das neue Jahr hat gut begonnen, schließlich habe ich seit 1. Januar gemeinsam mit meiner Tochter Tanja ein tolles Kino übernommen, das Filmkunst 66. Und wir hatten dort auch schon die erste Preview von '2030 – Aufstand der Jungen'".

Tim Renner , Geschäftsführer Motor Entertainment: "Berlin hat zurzeit in Sachen Musik vor allem für den Mittelstand ein super Klima. Ein riesiger Bonus von Berlin ist, dass die Stadt einen ermutigt, kreativ zu sein. In Hamburg schämt man sich eher, zu sagen, dass man Musiker ist, in Berlin will jeder mit dir sofort eine Band aufmache."

Roland Berger , Berater: "Wir brauchen 2011 hier in Berlin ein Klima für Investitionen. Berlin muss das aus sich selbst heraus schaffen."

Norbert Kopp , Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf: "Ich erwarte für das Jahr 2011, dass wieder zu den alten Flugrouten zurückgekehrt wird, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung wiederherzustellen."

Stefanie Vogelsang , CDU-Bundestagsabgeordnete, erwartet für 2011 "ein superspannendes Jahr mit all den Wahlen und einen polarisierenden Wahlkampf."

Gisela von der Aue , Justizsenatorin: "Ich will 2011 mein Richter-Gesetz durchbringen."

Jürgen Zöllner , Bildungssenator, hat sein Jahr begonnen mit einer Woche Urlaub. "In der habe ich nur E-Mails geschrieben und damit meine Mitarbeiter geschockt."

Ramona Pop , Fraktionsvorsitzende der Berliner Grünen im Abgeordnetenhaus, wünscht sich für 2011 ein gutes Wahlergebnis für ihre Partei.

Volker Ratzmann , Fraktionsvorsitzender der Berliner Grünen im Abgeordnetenhaus, will 2011 "die Regierung nicht aus der Regierungsverantwortung entlassen".

Charlotte Knobloch , Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses: "Ich hoffe, dass die Berliner sich genau überlegen, wen sie im neuen Jahr wählen. 2011 ist ein entscheidendes Jahr für die Stadt."

Ruth Cornelsen , Vorstandsvorsitzende der Cornelsen-Stiftung: "Ich wünsche Berlin für 2011 vor allem Nachhaltigkeit. Die Politiker sollten nicht zu sehr auf die Wahlen schielen, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Stadt braucht Bewegung statt Stillstand."

Der Evangelische Landesbischof Bischof Markus Dröge : "Ich wünsche mir für 2011, den interreligiösen Dialog in Berlin voranzutreiben."

Sigrid Nikutta , BVG-Chefin: "Ich wünsche mir für 2011 einen guten Nahverkehr, den ganz viele Berliner nutzen und auf den sie auch stolz sind. Und ich wünsche mir, dass das soziale Gefälle in Deutschland geringer wird."

Martin Woelffer , Theaterintendant: "Ich wünsche mir für 2011, dass die kulturelle Vielfalt in der Stadt erhalten, geschützt und gesichert wird."

André Schmitz , Kulturstaatssekretär: "Ich wünsche mir, dass der Senat endlich die Mittel für den Neubau der Zentralbibliothek auf dem Tempelhofer Feld bereitstellt."

Willy Weiland , Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Berlin: "Ich wünsche mir, dass wir die City-Tax noch verhindern können, denn sie geht zu Lasten der Hotellerie."

Christian Hanke , Bezirksbürgermeister von Mitte: "Ich wünsche mir mehr Arbeitsplätze für Berlin und damit für die Menschen in meinem Bezirk."

Udo Wolf , Fraktionsvorsitzender der Linken wünscht sich als Schlagzeile: "Rot-Rot schafft Vollbeschäftigung."

Monika Thiemen , Bezirksbürgermeisterin Charlottenburg-Wilmersdorf: "Ich wünsche mir für 2011 4,5 bis 5 Millionen Euro für unsere fünf Berliner Kita-Eigenbetriebe. Sonst können wir den Kita-Betrieb nicht mehr aufrechterhalten."

Christian Beeck , Manager 1. FC Union, hat einen Wunsch speziell für den 5. Februar: "Beim Lokalderby bei Hertha BSC wünsche ich mir natürlich drei Punkte für Union. Ansonsten steht für mich sportlich an erster Stelle, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Dann haben alle Mitarbeiter eine gute Leistung gezeigt."

Dirk Zingler , Präsident des 1. FC Union: "Ich wünsche mir für 2011, dass Fußball Spaß macht in der Alten Försterei. Das kommt natürlich auch durch den Erfolg. Deshalb wünsche ich mir den Klassenerhalt. Und Hertha wünsche ich den Aufstieg. Denn Hertha gehört in die erste Liga. Unser Verhältnis hat sich verbessert. Jeder gönnt dem anderen den Erfolg."

Holger Krestel (FDP), Mitglied des Bundestages, schließt sich an: "Ich wünsche mir, dass Hertha wieder in die Bundeslliga aufsteigt." Sein Wunsch für die Stadt: "Die Berliner sollten in ihrer gefühlten Zufriedenheit noch mehr haben, was ihnen der Aufschwung objektiv bringt." Zu schlechten Umfragewerten für seine Partei sagt er: "Neue Wahlumfragen sind für mich wie alte Lottozahlen: Ich brauche sie nicht."

Martin Lindner (FDP), Mitglied des Bundestages. "Ich wünsche mir für 2011, dass Berlin am Ende des Jahres im Verhältnis zu seinen Möglichkeiten regiert wird."

Europaabgeordneter Friedbert Pflüger (CDU), wünscht sich für 2011 die Schlagzeile: "Finanzsenator hat Rechenfehler entdeckt: Berlin hat weniger Schulden als erwartet."

Filmproduzent Arthur Brauner : "Ich wünsche Berlin, ganz besonders dem Kurfürstendamm, etwas von seinem alten Glanz zurück."

Roland Mary , Borchardt-Geschäftsführer: "Ich wünsche mir, dass alle wünsche derer, die sich was wünschen, in Erfüllung gehen."

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