Landtagswahl

Wahl in Brandenburg: Das müssen Sie wissen

Landtagswahl in Brandenburg: Wer tritt an? Wer darf wählen? Wieso sind die Stimmzettel unterschiedlich lang? Die wichtigsten Antworten.

Auf einem Tisch liegen Wahlunterlagen zur Landtagswahl in Brandenburg.

Auf einem Tisch liegen Wahlunterlagen zur Landtagswahl in Brandenburg.

Foto: Patrick Pleul / ZB

Potsdam. An diesem Sonntag sind 2,1 Millionen Brandenburger aufgerufen, eine neue Landesregierung zu wählen. Nach der enttäuschenden Wahlbeteiligung von 47,9 Prozent vor fünf Jahren, erwartet der Landeswahlleiter in diesem Jahr eine deutlich höhere Beteiligung. Das legen die Zahlen der im Vorfeld per Briefwahl abgegebenen Stimmen nahe. Demnach könnte die Wahlbeteiligung in diesem Jahr die 60-Prozent-Marke knacken.

Der Grund dafür liegt im Kopf-an-Kopf-Rennen der Parteien. Zuletzt lagen in den Umfragen die SPD und die AfD mit jeweils 21 Prozent gleichauf. Dahinter reihten sich CDU, Linke und Grüne mit 16 bis 18 Prozent ein. FDP und Freie Wähler/BVB lagen bei rund fünf Prozent. „Wenn der Wähler meint, dass es um etwas geht, geht er auch zur Wahl und dieses Mal wird das so sein“, sagte Brandenburgs Landeswahlleiter Bruno Küpper im Vorfeld.

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Wahlberechtigte Wahlberechtigt sind alle deutschen Staatsangehörigen, die in Brandenburg leben und seit mindestens einem Monat ihren ständigen Wohnsitz in Brandenburg haben. Anders als in Berlin, liegt das Wahlalter bei der Landtagswahl in Brandenburg bei 16 Jahren. Das bedeutet, Personen mit einem Geburtsdatum vor dem 1. September 2003, dürfen an der Wahl teilnehmen. In diesem Jahr dürfen rund 120.000 junge Menschen aus Brandenburg erstmals ihre Kreuze auf dem Stimmzettel machen.

Alle Wahlberechtigten wurden mit einer Wahlbenachrichtigung über ihr Wahlrecht informiert. Wer keine Benachrichtigung per Post bekommen hat, kann trotzdem wählen gehen. Dazu ist allerdings ein gültiges Ausweisdokument notwendig. Insgesamt sollen 27.000 Wahlhelfer für einen reibungslosen Ablauf sorgen. Mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis am Wahltag rechnet der Landeswahlleiter nicht vor 23 Uhr.

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Kandidaten Die Wahl zum Landtag ist in Brandenburg eine „personalisierte Verhältniswahl“. Das heißt: Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen, eine für einen Direktwahlkandidaten in seinem Wahlkreis. Die zweite Stimme geht an eine Partei. Die Erststimme wird auf der linken Seite des Wahlzettels angekreuzt, die Zweitstimme in der rechten Spalte. Da es in Brandenburg 44 Wahlkreise gibt, werden also mit der Erststimme 44 Politiker direkt gewählt.

Die Auswahl von 44 weiteren Kandidaten bei der Landtagswahl in Brandenburg erfolgt dann durch die Zweitstimme. Das bedeutet: Die übrigen Mandate werden nach der Verhältniswahl auf die Parteien verteilt, die die Fünf-Prozent-Marke überschreiten. Es ist auch möglich nur eine Stimme abzugeben. Insgesamt werden also 88 Abgeordnete in den brandenburgischen Landtag gewählt. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate können aber theoretisch bis zu 110 Abgeordnete in den Landtag einziehen. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre.

Insgesamt bewerben sich laut Landeswahlleiter 416 Kandidaten um einen der 88 Landtagssitze. 137 von ihnen sind Frauen (32,9 Prozent). Bei der vergangenen Landtagswahl 2014 waren es insgesamt 404 Kandidaten, darunter 112 Frauen (27,7 Prozent). 81 Bewerber sind nur auf einer Landesliste vertreten. 335 der Kandidaten treten in einem Wahlkreis an, darunter sind 229 Kandidaten, die zudem auf einer Landesliste vertreten sind. Den höchsten Frauenanteil hat mit 57,1 Prozent die Tierschutzpartei (sieben Bewerber, darunter vier Frauen). Den geringsten Frauenanteil hat die BVB/Freie Wähler mit 13,6 Prozent (44 Bewerber, darunter sechs Frauen).

Parteien Insgesamt treten elf Parteien und politische Vereinigungen bei der Landtagswahl an. Die Reihenfolge der Parteien auf dem Wahlzettel richtet sich nach der Zahl der Zweitstimmen, die die Parteien bei der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2014 holen konnten. Dabei handelt es sich um SPD, CDU, Die Linke, AfD, Grüne, BVB/Freie Wähler, Die Partei, FDP, ÖDP, Piraten, Tierschutzpartei, V-Partei³.

Die Deutsche Kommunistische Partei (DKP), die Deutsche Konservative, sowie die Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei) haben keine Landeslisten eingereicht, treten jedoch in einigen Wahlkreisen mit Direktkandidaten an. Einzelbewerber ohne Parteienhintergrund gibt es in sieben Wahlkreisen.

Stimmzettel Die Länge der Stimmzettel ist in den einzelnen Wahlkreise unterschiedlich und bewegt laut Landeswahlleiter sich zwischen 33 und 39 Zentimetern. Grund dafür ist die unterschiedliche Anzahl der Direktwahlkandidaten. Die meisten Wahlkreisbewerber gibt es in den Wahlkreisen 10 (Uckermark III/Oberhavel IV) und 22 (Potsdam II). In diesen Wahlkreisen bewerben sich jeweils zehn Kandidaten von Parteien und politischen Vereinigungen sowie jeweils ein Einzelbewerber um ein Direktmandat.

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