Kommentar

Wahl in Brandenburg - Spannung bis zum Schluss

Wer regiert künftig in Brandenburg? An diesem Sonntag hat das Bundesland die Wahl - und es ist spannend wie nie zuvor.

Jens Anker kommentiert die Wahl in Brandenburg.

Jens Anker kommentiert die Wahl in Brandenburg.

Foto: BM

An diesem Sonntag hat Brandenburg die Wahl – und es ist so spannend wie nie zuvor. 30 Jahre lang hieß die Frage lediglich, wie hoch der Wahlsieg der SPD ausfallen würde. Zeitweise regierten die Sozialdemokraten sogar mit absoluter Mehrheit allein im Land. Das lag vor allem auch an starken Persönlichkeiten an der Spitze. Zwölf Jahre lang war Manfred Stolpe Ministerpräsident. Mit seiner versöhnlichen Art manövrierte er das Land durch die unruhigen Nach-Wendezeiten. Ihm folgte Matthias Platzeck, der das Land fast genauso lang regierte. Seit 2013 lenkt nun Dietmar Woidke die Geschicke.

Doch die Zeiten der selbstverständlichen Siege sind vorbei. Bei der Europawahl im Mai diesen Jahres schloss die SPD nur auf dem dritten Platz hinter AfD und CDU ab. Das war bei der Bundestagswahl 2017 auch schon so.

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In der Potsdamer Staatskanzlei rätselte man lange, wie das Ruder wieder herumzureißen ist. Aber ein Rezept fiel den Strategen um Woidke nicht so recht ein. Retten könnte Woidke und seine Sozialdemokraten nun der Zielspurt im Wahlkampf. Woidke setzte auf die Einheit Brandenburgs in Abgrenzung zur spalterischen AfD. Dabei kam ihm gelegen, dass in den vergangenen Wochen neue Verstrickungen des umstrittenen AfD-Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz in das rechtsextreme Milieu bekannt wurden. Am Ende könnten viele Brandenburger vielleicht doch noch Abstand davon nehmen, die vermeintliche Alternative zu wählen. Das wiederum könnte die CDU zurück ins Spiel bringen, die zuletzt an Zuspruch verloren hatte. Wer auch immer Brandenburg in den kommenden fünf Jahren regiert, wird kein leichtes Spiel haben. Die Regierung muss die Infrastruktur erneuern und den Kohleausstieg managen. Vergnügungssteuerpflichtig ist das nicht.

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