Festival

Fusion 2022: Veranstalter erwartet "massive Probleme"

| Lesedauer: 4 Minuten

70.000 Besucher werden bei der Fusion erwartet. Die Macher warnen ausdrücklich vor der An- und Abreise per Bahn.

Berlin. Nach zwei Jahren kehrt das Fusion-Festival in alter Form zurück auf den früheren Militärflugplatz in Lärz (Mecklenburgische Seenplatte). Nachdem die Fusion wegen Corona 2020 abgesagt wurde und 2021 in Form drei kleinerer Festivals stattfand, werden ab Mittwoch, 29. Juni, wieder bis zu 70.000 Gäste aus dem In- und Ausland erwartet. Die Besucher erwarten bis Sonntag, 3. Juli 2022, etwa 1150 Acts und 40 Bühnen. Das Festival gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfeste Europas. Am Mittwoch ist Anreisetag. Das Programm soll am Abend um 18 Uhr beginnen.

Die Eröffnung der neu gestalteten Turmbühne soll am Donnerstagabend erfolgen. Der Start auf diesem zentral gelegenen Floor, auf dem vor allem Techno gespielt wird, markiert für viele traditionell den eigentlichen Start des Festivals.

Nachdem die Macher im vergangenen Jahr ein aufwendiges Testkonzept mit eigenem PCR-Labor umgesetzt haben, gibt es in diesem Jahr nach Aussage der Organisatoren keine besonderen Vorschriften zum Corona-Infektionsschutz. Das Land hatte mit einer Verordnung vom 5. Mai die 3G-Regel für Veranstaltungen aufgehoben.

Fusion 2022: Line-up in der Übersicht

Zu den bekanntesten Acts dürften Danger Dan, K.I.Z. und Bonaparte & Sophie Hunger zählen. Dabei sind außerdem die Leoniden, Peaches, Turbostaat und DJs wie Oliver Koletzki. Dazu kommen Performance- und Theatergruppen sowie zahlreichen DJs und Electro-Acts und Künstler. Eine Übersicht aller Acts bietet die Festival-Website.

Fusion 2022: Anreise per Bahn und 9-Euro-Ticket nicht empfohlen

Die Veranstalter raten dringend von der An- und Abreise über Neustrelitz ab. Die Deutsche Bahn habe keine Sonderzüge für den An- und Abreiseverkehr zur Verfügung gestellt. "Wegen der erhöhten Auslastung der Regionalzüge aufgrund des 9-Euro-Tickets werden deshalb in diesem Jahr drastisch weniger Plätze für Fusionist:innen bei An- und Abreise zur Verfügung stehen", heißt es.

Dies betreffe sowohl den Mittwoch und Donnerstag, vor allem aber die Abreise am Sonntag. Hier werde es zu "massiven Problemen" kommen, schreiben die Veranstalter. Die Bundespolizei habe bereits angekündigt, den Zugang zu den Zügen zu regulieren. "Wenn die Züge schon voll sind, ist es nicht ausgeschlossen, dass ihr am Bahnhof Neustrelitz strandet", heißt es auf der Fusion-Website. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Sonntag abreisen müsse, sollte dies möglichst zeitig tun.

Wer in Neustrelitz mit der Bahn ankommt, erreicht das Festivalgelände mit Shuttlebussen, die am Mittwoch, Donnerstag und Freitag von 8 bis 23 Uhr, am Samstag, Sonntag und Montag von 8 bis 21 Uhr und am Dienstag von 9 bis 14 Uhr fahren. Die Shuttlebusse starten in Neustrelitz vom Rummelplatz, der vom Bahnhof in einem fünfminütigen Fußweg zu erreichen ist. Eine Fahrt zum Festivalgelände ohne gültiges Festivalticket ist von Neustrelitz aus nicht möglich.

Ticket-Börse für die Fusion weiter geöffnet

Wie die Fusion-Macher auf ihrer Website mitteilen, bleibt die Ticket-Börse, bei der Karteninhaber ihr Ticket weiterverkaufen können, bis zum 1. Juli um 23 Uhr geöffnet. Die Veranstalter wollen so die Gelegenheit bieten, eine Rückgabe der Tickets wegen Corona auch kurzfristig zu ermöglichen.

Der Ticketpreis beträgt 220 Euro. "Damit alles fair bleibt, darf pro Person nur eine einzige Ticket:Börse Bestellung aufgegeben werden", heißt es weiter. Die Vergabe der kurzfristig ins Kontingent eingespeisten Tickets erfolgt über das Zufallsprinzip. Interessenten werden bei Zuweisung benachrichtigt und haben nach der Freigabe 48 Stunden Zeit, das Ticket zu bezahlen.

Festival-Macher starten Petition gegen Spanner

Auf der Fusion 2019 waren Frauen von Spannern heimlich auf Toiletten und in Duschen gefilmt worden. Die Filme landete anschließend auf Porno-Portalen. Die Veranstalter hatten die Aufnahmen später löschen lassen, der Täter konnte ermittelt werden, das Verfahren wurde allerdings eingestellt.

In diesem Jahr haben die Fusion-Macher eine Petition gegen Spanner gestartet. Es dürfe nicht ohne strafrechtliche Folgen bleiben, wenn Personen durch unbefugte Nacktaufnahmen für die sexuelle Befriedigung der Täter missbraucht werden, heißt es auf der Petitionsseite. Ziel sei es, dass der Paragraf § 184k StGB auf alle unbefugten Aufnahmen des unbekleideten Intimbereichs (Genitalien, Gesäß, weiblich gelesene Brust) ausgeweitet wird.

( BM )