Fahndung

Babyleiche in Potsdam: Neue DNA-Hinweise zur Mutter

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Die Babyleiche wurde am 23. Dezember 2011 nur wenige Hundert Meter südlich des Schlossparks Sanssouci in Potsdam entdeckt.

Die Babyleiche wurde am 23. Dezember 2011 nur wenige Hundert Meter südlich des Schlossparks Sanssouci in Potsdam entdeckt.

Foto: Steffen Pletl

Im Dezember 2011 wurde in Potsdam-West eine Babyleiche entdeckt. Neue Analysen könnten nun bei der Suche nach der Mutter helfen.

Potsdam. Mehr als zehn Jahre nach dem Fund eines toten Babys in Potsdam fahnden Brandenburger Ermittler weiter nach der bislang unbekannten Mutter - und wenden sich mit neuen Informationen an die Bevölkerung. Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, gebe es neue rechtliche und technische Möglichkeiten der Erbgutanalyse, die Aufschluss geben über das Aussehen der Mutter. Auch sei es gelungen, das Alter der Frau einzugrenzen.

Demnach handelt es sich bei der Mutter um eine Frau, die im Dezember 2011 im Alter zwischen 25 und 35 Jahren schwanger war, blaue Augen, blonde Haare und eine helle Hautfarbe hat.

"Die stetige technische Weiterentwicklung im Bereich der Erbgutanalyse erlaubt es inzwischen, Feststellungen zu phänotypischen Eigenschaften von Spurenverursachern zu treffen", heißt es in der neuen Mitteilung der Ermittler. Auf dieser Basis hätten die Ermittler in Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Köln Spuren der Mutter neu entschlüsselt, die an dem Handtuch sichergestellt werden konnten, in dem die Leiche des Säuglings eingewickelt war. Die Untersuchungsmethoden lassen Rückschlüsse zur Augen-, Haar- und Hautfarbe der Mutter zu.

Babyleiche in Potsdam-West: Ermittler gehen von einem gewaltsamen Tod aus

Der Fund der Babyleiche am 23. Dezember 2011 in Potsdam-West zwischen einem Garagenkomplex an der Kantstraße und einem Bahndamm hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Die Leiche lag eingewickelt in einem Handtuch. Spätere Untersuchungen ergaben, dass das Mädchen vermutlich in der Nacht vom 22. auf den 23. Dezember zur Welt kam, sowie dass es gesund und lebensfähig war. Wie das Baby genau starb, dazu machten die Ermittler bis heute keine genauen Angaben. Klar ist nur, dass es gewaltsam zu Tode kam. Wer die Eltern sind, ist unklar.

Die Leiche wurde nur wenige Hundert Meter südlich des Schlossparks Sanssouci entdeckt, der jenseits der Bahnstrecke Potsdam-Beelitz-Schönefeld liegt. Die Gegend gilt nicht als sozialer Brennpunkt. Anwohner äußerten damals unmittelbar nach dem Auffinden die Vermutung, dass das Baby aus dem fahrenden Zug geworfen wurde. Laut Polizei gab es darauf jedoch keine Hinweise. Die Ermittler gingen vielmehr davon aus, dass der tote Körper dort abgelegt wurde.

Trotz zahlreicher Hinweise, der Auslobung einer weiterhin geltenden Belohnung von 10.000 Euro und der Auswertung von über 1600 DNA-Proben im Rahmen einer DNA-Reihenuntersuchung im Jahr 2014 sind die Hintergründe und Umstände der Tat nach wie vor unklar. Mit den neuen Informationen zum Aussehen der Mutter hoffen die Ermittler nun auf einen Durchbruch.

Hinweise nimmt die Polizei in Potsdam telefonisch unter 0331/5508 2766, per E-Mail an mordkommission.pdwest@polizei.brandenburg.de oder auch postalisch an die Henning-von-Tresckow-Straße 9-13 in 14467 Potsdam entgegen. Auch das Hinweisformular unter "Links zum Thema" kann genutzt werden.

( BM )