Brandenburg

Corona in Altenheim - Hälfte der Mitarbeiter nicht geimpft

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Nach dem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Schorfheide am Werbellinsee in Brandenburg sollen acht Bewohner gestorben sein.

Nach dem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Schorfheide am Werbellinsee in Brandenburg sollen acht Bewohner gestorben sein.

Foto: Paul Zinken/dpa

Der Leiter soll das Altenheim trotz positiven Corona-Tests betreten haben. Acht Bewohner der Senioren-Residenz starben.

Schorfheide. Nach einem Corona-Ausbruch in einer Senioren-Residenz in Schorfheide am Werbellinsee in Brandenburg sollen bereits acht Bewohner gestorben sein. 42 Bewohner und 15 Mitarbeiter der Einrichtung im Ortsteil Altenhof seien an Covid-19 erkrankt, bestätigte das Gesundheitsamt des Landkreises Barnim dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

„Es ist eine sehr ungünstige Situation in diesem Heim, weil zwar die Bewohner recht gut geimpft sind. Aber die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben eine relativ geringe Impfquote“, sagte Amtsärztin Heike Zander dem Sender Antenne Brandenburg. „In dieser Einrichtung beträgt die lediglich ungefähr 50 Prozent.“ Das berge ein erhöhtes Risiko, sagte Zander dem Sender.

Dies habe sich auch bei dem Ausbruch gezeigt. Sie sei „unglücklich“ darüber, dass Impfungen in Pflegeeinrichtungen weiterhin freiwillig seien. „Das hat für mich auch was mit einer Berufseinstellung zu tun“, sagte Zander.

Der Träger des Heims verwies auf eine fehlende Impfpflicht. Mitarbeiter und Bewohner würden regelmäßig informiert und unterstützt bei Impfterminen, teilte eine Sprecherin des Heimträgers Alloheim am Samstag mit. „Am Ende ist und bleibt die Impfung aber immer eine freiwillige Individual-Entscheidung, da es keine verbindliche Vorgabe des Gesetzgebers in Bezug auf eine wie auch immer geartete Impfverpflichtung gibt.“

Corona-Ausbruch: Leiter soll Altenheim trotz positiven Testergebnisses betreten haben

Das Gesundheitsamt hatte am Donnerstag die Hygienemaßnahmen des Hauses kontrolliert. Verstöße wurden laut RBB nicht festgestellt. Der Leiter sei aber positiv auf das Coronavirus getestet worden, betrat das Haus laut Amtsärztin aber trotzdem noch einmal. Gegen ihn laufe ein Bußgeldverfahren. Der Verstoß gegen die Quarantäne-Auflage sei aber nicht der Grund für den Ausbruch gewesen. Wie das Virus in das Heim gelangte, sei unklar.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat in Brandenburg weiter zugenommen. Innerhalb von 24 Stunden habe sich die Zahl der bestätigten Fälle um 484 erhöht, teilte am Sonnabend das Gesundheitsministerium mit Verweis auf Angaben des Robert-Koch-Instituts mit. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei einem Wert von 110,6. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 81,7 gelegen. Brandenburg nähert sich damit weiter dem bundesweiten Durchschnittswert, den das Robert-Koch-Institut am Sonnabendmorgen mit 145,1 angab.

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( dpa/kr )