Oranienburg

Bianca S. in Oranienburg getötet: Ex-Freund bestreitet Tat

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Am 15. Juli 2021 gegen 13 Uhr wurde die 26 Jahre alte Bianca S. zuletzt lebend auf dem Bahnhof Oranienburg gesehen. Kurz darauf wurde sie getötet.

Am 15. Juli 2021 gegen 13 Uhr wurde die 26 Jahre alte Bianca S. zuletzt lebend auf dem Bahnhof Oranienburg gesehen. Kurz darauf wurde sie getötet.

Foto: Polizei Brandenburg

Im Fall der getöteten Bianca S. in Oranienburg ist der Ex-Freund der Frau verhaftet worden. Doch er streitet die Tat ab.

Oranienburg. Nach dem gewaltsamen Tod der 26-jährigen Bianca S. aus Oranienburg bestreitet der 29 Jahre alte tatverdächtige Ex-Freund der Frau die Tat. Das teilte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Dienstag auf Anfrage mit. „Er hat sich zu den Vorwürfen eingelassen, aber die Tat bestritten“, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Pelzer der dpa.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem Gewaltverbrechen aus. Die bisherigen Ermittlungen würden dafür sprechen, dass die junge Mutter an oder in der Bunkeranlage in dem Wald bei Oranienburg, einige Kilometer nördlich der Berliner Stadtgrenze, starb. Besucher hatten sie vor rund zwei Wochen tot in der Anlage aufgefunden.

Tote Bianca S. aus Oranienburg: Ex-Freund weiter in U-Haft

Der 29-Jährige, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit der jungen Frau befreundet gewesen ist, war vergangene Woche, wenige Tage nach dem Fund der Toten, festgenommen worden. Ein Richter hatte gegen den Ex-Freund von Bianca S. Haftbefehl erlassen. Der 29-Jährige sitze weiter in Untersuchungshaft, so Pelzer. Es gebe bislang keine weiteren Tatverdächtigen. Auch spreche bislang nichts dafür, dass weitere an der Tat beteiligt waren, sagte Pelzer.

Bianca S. war vor knapp zwei Wochen tot in einem alten Bunker aus der Nazi-Zeit nahe dem Oranienburger Ortsteil Friedrichsthal gefunden worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass die 26-Jährige aus Oranienburg getötet worden war.

Am Dienstag vergangener Woche hatte die Polizei den Tatverdächtigen festgenommen. „Wir haben einen Anfangsverdacht gegen eine männliche Person“, sagte damals der Sprecher der Staatsanwaltschaft Neuruppin, Torsten Sauermann.

Tote Bianca S. in Oranienburg - Tatverdächtiger polizeibekannt

Der Ex-Freund von Bianca S. sei polizeibekannt und vor vielen Jahren wegen eines anderen Delikts, das „kein Gewaltdelikt“ sei, wie Sauermann sagte, Tatverdächtiger gewesen. Das Verfahren gegen ihn wurde jedoch eingestellt. „Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob er der Täter ist“, sagte Sauermann.

Am Freitag zuvor hatte die Brandenburger Polizei die Bevölkerung in dem Fall um Mithilfe gebeten. Dazu veröffentlichten die Ermittler Fotos aus einer Überwachungskamera des Bahnhofs Oranienburg, die die junge Frau kurz vor ihrem Verschwinden zeigen. Dort wurde die Altenpflegerin am Donnerstag vergangener Woche, 15. Juli, gegen 13 Uhr das letzte Mal von einer Bekannten lebend gesehen. Eine Stunde später hätte sie bei der Arbeit erscheinen sollen, kam dort aber nicht an.

Arbeiter fanden die Leiche von Bianca S. am Montagabend in einem verlassenen Bunker „Karo Ass“ aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die Obduktion ergab, dass sie eines gewaltsamen Todes starb und bereits kurz nach ihrem Verschwinden am Donnerstag getötet wurde. Hinweise auf ein Sexualdelikt gibt es laut der zuständigen Staatsanwaltschaft Neuruppin nicht.

Fall Bianca S.: Polizei sucht nach Zeugen

Am Tag ihres Verschwindens trug die junge Frau ein weißes, ärmelloses Shirt mit der Aufschrift „Hakuna Matata“, eine blaue weite Stoffhose und Flip-Flops. Durch ihr Hemd war der pinkfarbene BH deutlich zu sehen. Sie hatte ihr Fahrrad mit einem Kindersitz dabei und trug eine helle, roséfarbene Handtasche. Die Polizei fragt

  • Wem ist die junge Frau am 15.07.21 nach 13 Uhr begegnet oder aufgefallen?
  • Wer kann Angaben zu ihrem Aufenthalt nach Verlassen des Bahnhofs Oranienburg machen?
  • Wer hat die Frau im Bereich des Waldgebietes bei Friedrichsthal gesehen?
  • Wer hat Beobachtungen gemacht, die mit dem Tötungsdelikt in Zusammenhang stehen könnten?

Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Oberhavel unter der Telefonnummer 03301/8510 oder in jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.