Öffnungen

Ein großer Schritt für die Museen

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Passanten gehen am Museum Barberini am Alten Markt vorbei.

Passanten gehen am Museum Barberini am Alten Markt vorbei.

Foto: dpa

Potsdam. Fast drei Monate nach dem Beginn des harten Corona-Lockdowns dürfen in Brandenburg Geschäfte und Museen unter Auflagen öffnen. Das Kabinett hat kleine Schritte zur Lockerung der Beschränkungen beschlossen, die am Montag in Kraft treten sollen. Dann können Geschäfte und Museen öffnen, wenn man einen Termin gebucht hat und falls sich die Infektionslage nicht deutlich verschlechtert.

Die Museen freuen sich und haben schon lange Vorkehrungen getroffen, sagte Susanne Köstering, Geschäftsführerin des Museumsverbandes Brandenburg. Einige Häuser werden demnach sofort, andere später öffnen. Das werde sich vermutlich bis Ostern hinziehen. Interessierte sollten sich auf den Internetseiten informieren. Das Museum Barberini zum Beispiel öffnet erst am 13. März. „Wir bauen gerade unsere neue Ausstellung ,Rembrandt Orient’ auf“, sagt Sprecher Achim Klapp. Der Termin sei lange geplant gewesen, deshalb werde der erste Ausstellungstag frühesten am 13. März sein. Das Filmmuseum Potsdam gibt auf seiner Webseite noch keinen Öffnungstermin bekannt.

Drei Wochen nach den Grundschülern können auch die Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen ab 15. März in den Wechselunterricht zwischen der Schule und zu Hause gehen. Am Montag dürfen auch die Baumärkte wieder öffnen. Gartenmärkte und Blumenläden konnten in Brandenburg bereits am 1. März öffnen. Für diese entfällt aber nun die Vorschrift, dass mehr als 50 Prozent der Verkaufsflächen im Freien liegen müssen. Das Treffen mit Freunden oder Bekannten wird einfacher: Vom kommenden Montag an dürfen sich zwei Haushalte mit bis zu fünf Menschen treffen, bisher war es ein Haushalt mit einer weiteren Person.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte die Lockerungsschritte wichtig, verwies aber auf die weiter bestehenden Risiken durch das Coronavirus. „Zu große Öffnungen könnten zu einer dritten Welle führen“, mahnte Woidke. „Wichtig ist, dass der positive Trend, den wir in den vergangenen Wochen hatten, sich weiter fortsetzt.“ Daher sei es weiter zwingend erforderlich, dass sich die Menschen an die Regeln zu Abstand und Hygiene halten.

Denn bei steigenden Infektionszahlen sei auch eine Rücknahme der Lockerungen möglich, warnte Woidke: „Wenn die 7-Tages-Inzidenz über 100 steigt, wird das Kabinett über die Rücknahme von Lockerungen beraten. Und wenn in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt mehr als drei Tage lang die Inzidenz über 200 steigt, müssen Öffnungen zurückgenommen werden.“

Der Lockdown wird grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Wenn der Wert neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche zwischen 50 und 100 liegt, wird ab Montag der Einkauf im Einzelhandel und der Besuch von Museen und Gedenkstätten mit Termin möglich. Am Sonnabend lag diese 7-Tage-Inzidenz bei knapp über 63. Die Regelungen gelten landesweit, damit es keinen Einkaufstourismus gibt.

Weiterführende Schulen: Nach den Grundschulen öffnen auch die weiterführenden Schulen am 15. März im Wechselunterricht in der Schule und zu Hause. „Damit können alle Schüler auch wieder in den Präsenzunterricht“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Allerdings müssen dafür die Abschlussklassen, die bislang im Präsenzunterricht waren, wieder in den Wechselunterricht. Die Tests für Lehrer sollen nach Angaben von Ernst ausgeweitet und dabei auch die Schüler einbezogen werden.

Sport: Auch individueller Sport im Freien mit bis zu zehn Erwachsenen oder bis zu 20 Kindern ist wieder erlaubt. Für Erwachsene ist allerdings nur kontaktloser Sport erlaubt. Kinder dürfen auch Kontaktsport betreiben, also etwa Fußball spielen.

Gastronomie: Restaurants könnte nach Angaben von Woidke frühestens am 22. März im Außenbereich öffnen – wenn die 7-Tage-Inzidenz landesweit dann unter 50 liegt. Bei einer höheren Inzidenz wären auch dort Termine und ein tagesaktueller Schnelltest nötig. Darüber will das Kabinett in zwei Wochen entscheiden.

Körpernahe Dienstleistungen: Kosmetik-, Tattoo- oder Sonnenstudios dürfen unter Auflagen öffnen. Wenn keine Maske getragen werden kann, müssen die Kunden einen tagesaktuellen negativen Schnelltest vorweisen.

Grenzverkehr zu Polen: Angesichts steigender Infektionszahlen im Nachbarland Polen hat das Innenministerium Maßnahmen getroffen, um den Grenzverkehr zu Polen für Pendler und den familiären Austausch sicherzustellen. „Eine allgemeine Testpflicht bei Einreise würde erst bei einer Einstufung Polens als Virusvariantengebiet greifen“, erklärte Innenminister Michael Stübgen (CDU). Für diesen Fall seien sechs Standorte für Teststationen an der Grenze erkundet worden.

( dpa/BM )