Landgericht Potsdam

Vier Häftlinge wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Insassen der JVA Heidering sollen versucht haben, einen anderen Häftling zu töten. Die Angeklagten und ihr Opfer schweigen vor Gericht.

Potsdam/ Berlin. Im Prozess um einen versuchten Totschlag in der Berliner Justizvollzugsanstalt (JVA) Heidering in Großbeeren haben die Angeklagten auch am Dienstag ihr Schweigen vor Gericht nicht gebrochen. Das sagte der Sprecher des Landgerichts Potsdam am Dienstag. Auch der Geschädigte, der als Zeuge geladen war, konnte oder wollte sich nicht an die Ereignisse vom 7. Februar 2019 erinnern.

Vier Häftlinge wollten Mitinsassen zu Tode prügeln

Laut Staatsanwaltschaft sollen sich die vier Angeklagten Yunadi Sa., Aüb M., Roman Sp. Und Toms A., zum Zeitpunkt der Tat Insassen der JVA, zusammengeschlossen haben, um den Geschädigten I. auf dem Freistundenhof zu töten. Die vier Männer im Alter von 28 bis 38 Jahren sollen einen anderen Gefangenen im Februar 2019 brutal verprügelt haben. Die Staatsanwaltschaft hat sie wegen versuchten Totschlags angeklagt.

Zwei der Männer sollen I. zunächst mehrfach mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen haben. Anschließend sollen sie abwechselnd auf den Kopf des am Boden liegenden Mannes eingetreten haben. Dieser erlitt nach Gerichtsangaben unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma sowie einen Bruch im Gesicht.

Justizvollzugsbeamte bedroht und angegriffen

Auch zwei eingreifende Beamte sollen attackiert worden sein. Dabei wurden sie laut Anklage bedroht und aufgefordert, sich nicht einzumischen. Gegenüber einem weiteren Justizvollzugsbeamten soll sich der Angeklagte M. geäußert haben, ob dieser sich mit ihm anlegen und schlagen wolle. Zeitgleich soll Sp. weiter gegen den Oberkörper und den Kopf von I. getreten haben. Erst weitere Beamte konnten die Auseinandersetzung beenden. Ein JVA-Mitarbeiter wurde dabei leicht verletzt.

Nach Angaben des Sprechers des Landgerichts sitzen die vier Angeklagten zum Teil mehrjährige Haftstrafen wegen Diebstahls mit Waffen, gewerbsmäßigen Computerbetrugs, schweren Raubes, Körperverletzungen und Eigentumsdelikten ab. Ihr Opfer hat seine Haftstrafe verbüßt und befindet sich auf freiem Fuß.

Das Gericht hat insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Der Prozess wird am kommenden Freitag fortgesetzt, die Urteilsverkündung soll am 22. Januar sein.