Ausflugs-Tipp

Spaziergang von Waldesruh zum Schloss Hoppegarten

Ein abwechslungsreicher Spaziergang, bei dem man die Zentren von Dahlwitz und Hoppegarten erkundet.


Nachdem man von der Köpenicker Allee kommend ein Wäldchen durchquert hat, steht man plötzlich auf dieser idyllischen Lichtung. Der Holzsteg dort hat aber wahrlich schon bessere Zeiten gesehen, es fehlen am Boden einige Querbretter.

Nachdem man von der Köpenicker Allee kommend ein Wäldchen durchquert hat, steht man plötzlich auf dieser idyllischen Lichtung. Der Holzsteg dort hat aber wahrlich schon bessere Zeiten gesehen, es fehlen am Boden einige Querbretter.

Foto: Martin Schwarz

Berlin. Zuallererst: Es sollte für diesen Spaziergang ein paar Tage nicht geregnet haben, denn sonst könnten einige Abschnitte recht glitschig werden. Vom ­S-Bahnhof Lichtenberg oder vom U-Bahnhof Elsterwerdaer Platz aus gelangt man mit dem Bus 108 nach Waldesruh, eine ­beschauliche, zum brandenburgischen Hoppegarten gehörende Ein- und Zwei-Familienhaus-Siedlung, die nahtlos an Mahlsdorf anschließt. Der Spaziergang beginnt an der Endhaltestelle des 108ers in Waldesruh, Köpenicker, Ecke Mahlsdorfer Allee. Hier befindet sich das neue, recht gute griechische Restaurant „Taverne in Waldesruh“, das derzeit jedoch coronabedingt geschlossen ist.

Richtung Norden führt erst auf der linken, dann auf der rechten Seite der ­Köpenicker Allee – sie ist zu Stoßzeiten recht stark befahren – ein komfortabler breiter Weg Richtung Bundesstraße B1. Nach etwa 1,8 Kilometern mündet die Köpenicker Allee in die von rechts kommende Friedrichshagener Chaussee. Hier kann man mühelos an einer Fußgänger­ampel die Straße überqueren. Kurz vor der B1 beginnt rechts ein Weg, der unbefestigt in Schlangenlinien und an Bienenstöcken vorbei durch den Wald führt. Man schaue sich die idyllische angrenzende Lichtung mit ihrer maroden Holzbrücke an, kehre dann aber um zurück in das Wäldchen. Es taucht ein Hinweis „E11“ nach rechts auf, dem folgen wir. Die Bezeichnung „E11“ bedeutet „Europäischer Fernwanderweg Nummer 11“, er führt über rund 2500 Kilometer von Den Haag bis in die polnische Region Masuren.

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Und wieder einmal war hier der Parkarchitekt Lenné aktiv

Recht urwüchsig mutet der Wald hier an, der nicht immer leicht zu ­erke­nnende Weg streift kurz eine Lichtung und führt dann entlang des Neuenhagener Mühlenfließes unter der B1 hindurch. ­Einige Meter weiter kommt eine kleine Steigung ­hinauf zur Alten Berliner Straße. Wir befinden uns nun im beschaulichen Ort Dahlwitz und gehen nach links. Nach einigen ­Metern beginnt rechts ein Spazierweg, zum nach seinem Erbauer Peter Joseph Lenné benannten Park, der zum Schloss Hoppegarten gehört.

Würdevoll steht es da, das Schlösschen. 1855/56 wurde der Herrensitz Dahlwitz im Auftrag Carl Heinrich von Treskows vom Architekten Friedrich Hitzig erbaut. Von Treskow? Wir erinnern uns: Kurz zuvor sind wir im Wald an einem grünen Schild vorbeigekommen, das auf die ehemalige Begräbnisstätte der von Treskows verwiesen hat. Einige Wege laden zur Erkundung des Parks ein. Schließlich mündet einer von ihnen links des Schlosses in die Rudolf-Breitscheid- Straße. Gegenüber steht die Dorfkirche Dahlwitz, sie wurde bereits 1375 erstmals urkundlich erwähnt und gehört heute zur evangelischen Verheißungskirchengemeinde. An zum Teil hübsch restaurierten älteren Gebäuden entlang geht es nach rechts.

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Das Neuenhagener Mühlenfließ ist ein ständiger Begleiter

Direkt vor dem Friedhof geht ein holpriger Weg rechts hinunter, der an den Begräbnisstätten entlang links abbiegt. Mit Blick auf die Senke mit dem Neuenhagener Mühlenfließ führt die Strecke bis zu einer kleinen Brücke, über die hinweg es bis zur Rennbahnallee geht. Die kann man links ganz angenehm auf unbefestigten Wegen entlanggehen. Rechts beginnt das riesige Areal der altehrwürdigen Galopp­rennbahn Hoppegarten.

Durch eine kleine Öffnung geht es nun links hinein zur Lindenallee. Wir befinden uns nun im mondän anmutenden Zentrum von Hoppegarten mit seinem ehemaligen Gutspark, heute vor allem ein Zentrum für altersgerechtes Wohnen. Gegenüber steht die Statue „Zwei tibetanische Reiter auf einem Pferd“. Die Lindenallee führt rechts über einen kleinen Kreisverkehr hinweg zur Goetheallee. Rechts und gleich wieder links beginnt die Bahnhofstraße, auf der nach ein paar Metern rechts ein schmaler Weg hinüber zur Poststraße führt, vorbei an einem verwunschen wirkenden, offensichtlich alten und leer stehenden Gebäude, das seiner Bestimmung harrt. Die Poststraße hinauf erreicht man nach wenigen Metern den S-Bahnhof Hoppegarten. Von dort führt die S5 wieder bequem zurück in die Innenstadt von Berlin.

Ausflugs-Info

  • Griechische Taverne in Waldesruh, Köpenicker Allee 118, Waldesruh, Tel. 56 59 77 79, Lieferservice im Umkreis von fünf Kilometer (Mindestbestellwert 30 Euro), oder Abholung: Mo.–Fr. 12–14.30 Uhr und 16.30–20.30 Uhr, Sbd.+So. 12.–20.30 Uhr, www.taverne-waldesruh.de Nach langer Bauphase nutzen viele Waldesruher und Mahlsdorfer diese geräu­mige Gaststätte mit der im Sommer gut frequentierten großen Terrasse. Das Personal ist sehr zuvorkommendeund die Auswahl an griechischen Speisen sehr reichhaltig.
  • Europäischer Fernwanderweg E11: Der durch Dahlwitz-Hoppegarten führende ­Wanderweg E11 ist einer von zwölf Fernwanderwegen, die sich quer durch Europa ziehen. E11 kommt aus Potsdam und führt quer durch Berlin und dann weiter nach Frankfurt (Oder). Der Weg Nummer E1 führt über 7000 Kilometer vom Nordkap nach Sizilien. Der längste der Wege führt über 10.450 Kilometer vom südwestlichsten Punkt Festland-Europas, der Cabo de São Vicente in Portugal, bis nach Zypern. ­Initiiert wurden die Wege von der Europäischen Wandervereinigung e.V., der Dachorganisation von rund 50 Wandervereinen aus 30 europäischen Ländern. www.era-ewv-ferp.com
  • Baumschulen & Gartengestaltung Frank, Friedhofstr. 26, Waldesruh, Tel. 03342–30 14 99, Mo.–Fr. 10–18 Uhr, Sbd. 10–16 Uhr, So. 10–12 Uhr, www.frank-baumschulen.de Auf halber Strecke vom Ausgangspunkt des Spaziergangs zur B1 führt links die Friedhofstraße zur Gärtnerei Frank mit ihrer riesigen ­sehenswerten Freifläche, fachkundigem Personal und einer schier endlosen Auswahl an Pflanzen für jeden Bedarf. Gute Biosäfte oder einfach nur leckere Kartoffeln gibt es hier auch.
  • Weglänge und Dauer: Für die rund 6,5 Kilometer lange Strecke sollten um die 2,5 Stunden eingeplant werden, mit dem Abstecher zur Gärtnerei Frank entsprechend länger.

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