Ausflugs-Tipp

Weberhäuser, Schlösser und viel Grün in Potsdam-Babelsberg

Der Potsdamer Stadtteil Babelsberg verströmt kleinstädtischen Charme und bietet mit dem Park auch viel Grün.

Der Flatowturm beherbergt in original ausgestatteten Räumen die Sammlungen des Kaiserpaares.

Der Flatowturm beherbergt in original ausgestatteten Räumen die Sammlungen des Kaiserpaares.

Foto: imago images / Rainer Weisflog

Potsdam. Der Spaziergang durch den Potsdamer Stadtteil führt durch das Weberviertel bis zum Schloss Babelsberg und wieder zurück zum S-Bahnhof Babelsberg. Für die circa sechs Kilometer lange Strecke benötigt man zwei Stunden.

Den S-Bahnhof Babelsberg verlassen wir am hinteren Ausgang und gehen gleich nach links. Dort befindet sich an der Rudolf-Breitscheid-Straße das „Thalia“-Kino, das mit seinem anspruchsvollem Arthouse-Programm zahlreiche Auszeichnungen gewann. Wir überqueren die Rudolf-Breitscheid-Straße und biegen in die Bendastraße ein. Die führt uns zum Weberplatz mit der dortigen Friedrichskirche.

Der Platz wird von flachen Weberhäusern umrahmt. In Babelsberg, das aus den Dörfern Neuendorf und Nowawes bestand, siedelten sich 1751 auf Geheiß von Friedrich dem Großen böhmische Weber an. Diese waren überwiegend Protestanten und erhielten in Preußen Steuer- und Religionsfreiheit. In ihren typischen fünfachsigen Häusern wohnten nicht nur zwei Familien, in ihnen war auch ausreichend Platz für die Webstühle.

Vom Schloss Babelsberg bietet sich ein idyllischer Blick

Am nördlichen Ende des Weberplatzes führt uns der Weg durch die Lutherstraße zur Karl-Liebknecht-Straße, die mit ihren vielen Geschäften und Restaurants die Einkaufsstraße Babelsbergs ist. Zwischen zahlreichen Gründerzeithäusern finden sich auch hier immer wieder liebevoll restaurierte Weberhäuser. Nach etwa 500 Metern biegen wir links in die Grenzstraße ein und gelangen zum Eingang in den Park Babelsberg.

Der zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehörende Park war einer der letzten, die in Potsdam geschaffen wurden. Prinz Wilhelm erhielt 1833 von seinem Vater die Mittel dafür. Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné bekam den Auftrag, die 124 Hektar große Fläche als Landschaftsgarten anzulegen. Nach Zerwürfnissen übernahm Fürst Pückler-Muskau die weitere Ausführung. Im gleichen Jahr begann Karl Friedrich Schinkel mit dem Entwurf des Schlosses Babelsberg.

An dem ansteigenden Babelsberg fällt eine Siegessäule ins Auge, die Wilhelm I. für den 1866 errungenen Sieg beim Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 aufstellen ließ.

Wunderbares Wasser-Panorama

Vom Schloss Babelsberg bietet sich ein wunderbares Panorama über den Tiefen See und die Glienicker Lake mit Blick auf die Glienicker Brücke. Der in englischer Gotik entstandene Prachtbau wurde nach dem Tode von Schinkel und Persius von Johann Heinrich Strack erst 1849 beendet. Momentan erfolgt im Schloss und Umgebung eine umfangreiche Sanierung.

Vom Uferweg gehen wir auf den Flatowturm zu. Zu seinen Füßen liegt das Kleine Schloss, das ein gern besuchtes Ausflugsrestaurant ist. An der Gärtnerei vorbei gelangen wir zum Ausgang Jutestraße. Wir biegen nach einem kurzen Weg rechts in Straße Alt Nowawes ein, der wir etwa einen Kilometer folgen.

Es geht links in die Garnstraße hinein, die uns wieder zur Karl-Liebknecht-Straße führt. Ihr folgen wir rechts bis zur Ecke Rudolf-Breitscheid-Straße. An der Ecke befindet sich das Rathaus Babelsberg. Es ist ein beeindruckender Bau der Backsteingotik. Von hier sind es nur noch wenige Meter bis zum S-Bahnhof Babelsberg.

Infos der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg: www.spsg.de

Dauer und Strecke: Für die sechs Kilometer lange Strecke werden zwei Stunden benötigt. Sie kann aber im Park Babelsberg verlängert werden.