Kriminalität

Mädchen aus Möbelhaus entführt: Acht Jahre Haft

22 Stunden war ein Mädchen aus Potsdam verschwunden. Die Spur führte zu einem 59-Jährigen. Jetzt fiel das Urteil.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.

Die Statue der Justitia steht mit einer Waage und einem Schwert in der Hand.

Foto: dpa

Potsdam. Für den sexuellen Missbrauch und die Entführung eines kleinen Mädchens ist ein 59-Jähriger vom Landgericht Potsdam zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Zum Schutz des Kindes hatte das Gericht die Öffentlichkeit für die Verkündung der Urteilsgründe von der Verhandlung ausgeschlossen.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen besonders schweren sexuellen Missbrauchs, besonders schwerer Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, der Entziehung Minderjähriger sowie wegen Körperverletzung.

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Kindesentführung in Potsdam: 59-Jähriger gestand sexuellen Missbrauch

Das heute siebenjährige Mädchen war am 25. Mai 2019 aus einem Potsdamer Möbelhaus entführt worden. 22 Stunden lang war sie verschwunden gewesen. Als das Mädchen wieder auftauchte, führte es die Ermittler zur Wohnung des Angeklagten, die in der Nähe des Möbelhauses liegt. Der Mann wurde noch am selben Tag festgenommen.

Im Prozess hatte der 59-Jährige gestanden, das Mädchen entführt, mit in seine Wohnung genommen und sich dort sexuell an ihm vergangen zu haben. Er erzählte von Stimmen und Schatten, die er gehört und gesehen haben will. Der 59-Jährige verließ seine Wohnung häufig nur, wenn der Alkoholvorrat fast aufgebraucht war. Dann besorgte er sich Nachschub in einem nahe gelegenen Supermarkt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Jahre Haft gefordert und beantragt, den Angeklagten in einer Entziehungsanstalt unterzubringen. Die Verteidigung forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten sowie ebenfalls die Unterbringung. Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung gingen wegen der schweren Alkoholkrankheit von verminderter Schuldfähigkeit aus.

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