Brandenburg

2019 100 Millionen Euro für Wohnungen bewilligt

In Brandenburg werden Wohnungen gebaut. Bund und Land steuern Millionen Euro bei - vor allem für Mietwohnungen.

Richtfest in Potsdam. Vor allem Mietwohnungen sind gefragt.

Richtfest in Potsdam. Vor allem Mietwohnungen sind gefragt.

Foto: Bernd Settnik / ZB

Potsdam . Weder der Berliner Mietendeckel noch Debatten über Enteignungen sind für Brandenburgs Bauminister Guido Beermann vorstellbare oder akzeptable Lösungen, um mehr mietpreis- und belegungsgebundene Wohnungen zu generieren. Das machte der Christdemokrat am Freitag in Potsdam deutlich. Erst drei Monate im Amt, zog der 54-Jährige eine erste Bilanz des im Oktober 2019 in Brandenburg eingeführten Wohnraumförderungsgesetzes. Bis dahin habe das der Bund geregelt.

Im Rahmen des neuen Gesetzes wurde beispielsweise die Einkommensgrenze erhöht, die alle vier Jahre dynamisch angepasst werden soll. Der Berechtigtenkreis wurde um gemeinschaftliche Wohnformen erweitert, die Ausschreibungsvorschriften bei der Vergabe von Bauleistungen für private Unternehmen wurden deutlich vereinfacht.

Die ersten Ergebnisse stimmen Beermann zufrieden: „Es wurden 2019 rund 100 Millionen Euro für 738 Wohnungen bewilligt.“ 75 Millionen Euro steuerte der Bund bei, 25 Millionen das Land. Mit 97,9 Millionen Euro floss das Gros der Mittel in den Mietwohnungsbau (708 Wohnungen). Wohneigentum wurde mit 1,52 Millionen Euro gefördert (18 Wohnungen), 230.000 Euro (zwölf Wohnungen) flossen aus Sonderprogrammen in die Wohnraumanpassung.

„85 Prozent der Fördermittel wurden als Darlehen ausgereicht, 15 Prozent als ergänzende Zuschüsse bei neuen Mietwohnungen bewilligt“, so Beermann. Die Nachfrage sei weitaus größer gewesen als noch 2017 und 2018. „Den zur Verfügung stehenden 100 Millionen stand 2019 ein Antragsvolumen von mehr als 224 Millionen Euro gegenüber.“ Für dieses Jahr gebe es bereits Anträge über 150 Millionen Euro. 2021 dürfte sich die Nachfrage auf 300 Millionen Euro erhöhen, schätzt Beermann. Die Fördermittel werden in diesem Jahr deshalb bis auf 175 Millionen Euro aufgestockt. „Wir streben die Marke von 200 Millionen Euro an.“

Zwischen 2015 bis 2019 wurden in Brandenburg rund 254 Millionen Euro für den Neubau oder die Wiederherstellung von 2020 Wohnungen bewilligt. In die Modernisierung und Instandsetzung von 912 Wohnungen flossen knapp 60 Millionen Euro.

Beermann will die von seiner Amtsvorgängerin Kathrin Schneider (SPD) auf den Weg gebrachte Wohnraumoffensive fortsetzen. „Maßanzüge statt Kleider von der Stange“ benennt er als Motto seiner Stadtentwicklungs- und Wohnungspolitik. „Den Leerstand beseitigen, gemischte Wohnquartiere erhalten, bedarfsgerecht neu bauen, zeitgemäße Wohnformen von der Wohnung für Auszubildende über Angebote für Menschen mit Behinderungen bis zur Senioren-WG fördern“, liefert er Stichworte.