Zeugenaussage

Entführungsfall: "Mein Gott, wer gibt ihm denn das Kind mit"

Ein 58-Jähriger entführte im Mai 2019 ein Mädchen vor einem Möbelhaus. Am Landgericht Potsdam sagten nun Zeugen aus.

Blick auf das Justizzentrum Potsdam.

Blick auf das Justizzentrum Potsdam.

Foto: dpa

Potsdam. Mit einer Videoleinwand hat am Landgericht Potsdam der dritte Prozesstag um die Entführung und den sexuellen Missbrauch eines kleinen Mädchens begonnen: Eine junge Zeugin, eine Bekannte des Mädchens, wurde in einem Nebenraum des Gerichtssaals vernommen. Ihre Vernehmung wurde am Donnerstag per Videoschalte in den Saal übertragen, um angesichts ihres Alters ihr Wohlergehen zu schützen, wie der Vorsitzende Richter sagte. Die Öffentlichkeit wurde während der Vernehmung von der Verhandlung ausgeschlossen.

Auch das damals entführte Mädchen sowie sein Vater sollten noch am Donnerstag vernommen werden - die heute Siebenjährige ebenfalls in einem Nebenraum. Zum Schutz des Kindes wurde auch hier die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Laut Anklage soll der 58-Jährige Angeklagte das Mädchen am 25. Mai 2019 in Potsdam entführt und missbraucht haben. Der Angeklagte hatte am zweiten Prozesstag eingeräumt, das Mädchen mit nach Hause genommen und sich sexuell an ihr vergangen zu haben. Der Verteidiger hatte seine Erklärung verlesen.

Nachbarin: "Mein Gott, wer gibt ihm denn das Kind mit"

Am Vormittag hörte das Gericht weitere Zeugen. Eine Nachbarin des Angeklagten sagte, sie habe gesehen, dass der 58-Jährige mit einem kleinen Mädchen die Treppe zu seiner Wohnung hochgegangen und sich mit dem Kind in der Küche aufgehalten habe. "Mein Gott, wer gibt ihm denn das Kind mit", habe sie gedacht. Sie kannte den Angeklagten als Alkoholiker, der es manchmal nicht in seine Wohnung schaffte. Das Kind sei neben ihm gelaufen. Es habe so ausgesehen, als ob er das Kind kannte und sie freiwillig mitgelaufen sei.