Landwirtschaft

Umsatz der Bio-Branche in Berlin und Brandenburg wächst

Die Ökofläche in Brandenburg wird größer. Sorgen bereitet der Fördergemeinschaft der zu geringe Anbau von Bio-Obst und -Gemüse.

Fachhandel im Aufwärtstrend: Die Zahl der Bio-Supermärkte wächst.

Fachhandel im Aufwärtstrend: Die Zahl der Bio-Supermärkte wächst.

Foto: David-Wolfgang Ebener / dpa

Berlin. Die gesellschaftliche Diskussion um Klimawandel, Tierwohl und Insektenschutz hat erheblichen Anteil daran, dass die Umsatzkurve der Bio-Branche in Berlin und Brandenburg weiter steil nach oben zeigt. Davon ist Michael Wimmer, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL), überzeugt. „In all diesen Bereichen bietet der ökologische Landbau konkrete Lösungsansätze, kann der Konsument durch sein Verhalten aktiv eingreifen.“

Laut FÖL liegt der Gesamtumsatz des regionalen Naturkostfachhandels inklusive Direktvermarktern, handwerklich arbeitenden Betrieben und Lieferdiensten nun bei über 580 Millionen Euro. Das bedeute für 2019 ein Wachstum von zehn Prozent, 2018 seien es sieben Prozent gewesen.

Zahl der Bio-Supermärkte wächst weiter

Beim Aufwärtstrend im Fachhandel dominierten die Bio-Supermärkte, deren Anzahl erneut wuchs, von 126 auf 131. Bio Company bleibt mit 52 Filialen Marktführer, gefolgt von Denn’s Biomarkt (44), Alnatura (20) und LPG (9). Brandenburg punktet zudem – neben der großen Zahl von Bio-Bäckereien – im Frischmilchsektor.

„Nach dem Rückzug konventioneller Verarbeiter aus Brandenburg wird dieser Platz mittlerweile fast ausnahmslos von Bio-Molkereien wie der Gläsernen Molkerei Münchehofe, der Luisenhof-Milchmanufaktur in Velten, der Brodowiner Meierei und der Lobetaler Bio-Molkerei besetzt“, erklärt Wimmer.

Bio-Anteil beim Schulessen in Berliner Grundschulen soll steigen

Wegen zahlreicher Umsteller sei auch die Ökofläche in Brandenburg gewachsen: „Diese wuchs 2019 um 7500 Hektar auf 170.153 Hektar und damit auf 12,8 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.“ Im bundesweiten Vergleich gehöre Brandenburg damit aber weiter zu den Schlusslichtern, so Wimmer. Positiv: Der Bio-Anteil beim Schulessen an Berliner Grundschulen soll steigen. „Gemäß den Ausschreibungen fürs Schulessen soll ab dem Schuljahr 2020/21 der Bio-Mindestanteil von bisher 15 auf 30 Prozent, im darauffolgenden Schuljahr auf 50 Prozent erhöht werden.“

Sorgenkind bleibt laut FÖL der zu geringe Anbau von Bio-Obst und -Gemüse. „Die Produktion von Kartoffel, Beere und Co. in der Mark hält in keiner Weise Schritt mit der Nachfrage aus dem Berliner Raum.“ Es fehle an effizienten Wertschöpfungsnetzwerken, von Produktion über Verarbeitung und Lagerung bis zum Verkauf.

Mit einem 2018 gestarteten, von der EU mit 1,1 Millionen Euro geförderten fünfjährigen Gemeinschaftsprojekt will die FÖL mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und 25 Betrieben eine solche Wertschöpfungskette für die Bio-Kartoffel aufbauen. Weiteres Gemüse soll folgen. „Wir versuchen, damit auch Aufbruchstimmung zu erzeugen“, sagt Wimmer.