Städtebauförderung

Entwicklungsschub dank Förderung in Brandenburg

Brandenburgs Kommunen profitieren von den verschiedenen Städtebauförderungsprogrammen. 2019 wurden 99 Millionen verteilt.

Aus dem Fördertopf für Projekte des Denkmalschutzes sollen die Außenanlagen der Burg Beeskow (Oder-Spree) neu gestaltet.

Aus dem Fördertopf für Projekte des Denkmalschutzes sollen die Außenanlagen der Burg Beeskow (Oder-Spree) neu gestaltet.

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / ZB

Potsdam. Ein Aushängeschild war sie schon längst nicht mehr – die ehemalige Villa Quandt am Stadtrand von Wittstock/Dosse. Regelrecht heruntergekommen wirkte das Gebäude, in dem bis zum Frühjahr vergangenen Jahres das Wittstocker Polizeirevier untergebracht war. Doch nicht nur wegen der Baufälligkeit waren die Ordnungshüter nicht sehr glücklich über ihr Domizil, lag das doch an der Röbeler Straße ziemlich weit ab vom Schuss und war schlecht erreichbar.

Deshalb fiel schon 2015 die Entscheidung, das Polizeirevier in das denkmalgeschützte ehemalige Postgebäude aus dem Jahr 1886 zu verlegen. Vier Jahre dauerte es, bis der neue Amtssitz nach 20-monatiger Umbauzeit endlich zur Verfügung stand.

Die Sanierung der „Alten Post“ ist nur ein Beispiel für ein erfolgreiches Brandenburger Projekt, das mit Mitteln der Städtebauförderung unterstützt wurde. 2019 hat das Potsdamer Infrastrukturministerium die Stadtentwicklung im Land Brandenburg mit mehr als 99 Millionen Euro gefördert. Die Bundes- und Landesmittel aus sieben verschiedenen Städtebauförderprogrammen – vom städtebaulichen Denkmalschutz über die Programme „Stadtumbau“ und „Soziale Stadt“ bis zu „Zukunft Stadtgrün“ – flossen in 77 märkische Städte und Gemeinden. Das teilte das Ministerium jetzt in Potsdam mit.

„Mit dem Geld wurden beispielsweise historische Gebäude modernisiert, Kitas und Schulen saniert, Wohnungen zurückgebaut, Grün- und Freiflächen aufgewertet sowie das soziale Miteinander in den Quartieren gestärkt“, erklärte Bauminister Guido Beermann.

Entwicklung des ländlichen Raums werde vorangebracht

Jeder eingesetzte Euro sei „gut angelegtes Geld für die weitere Entwicklung unserer Städte und Gemeinden“, bilanzierte der Christdemokrat. Die Fördermittel würden auch die Entwicklung des ländlichen Raums voranbringen. Dank des „zielgenauen Einsatzes der Städtebauförderung und des großen Engagements der Menschen in den Kommunen“ seien die Orte auch attraktiv für Zuzügler. „Diese positive Entwicklung wollen wir weiter unterstützen, auch durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und die Förderung von bezahlbarem Wohnraum“, so Beermann weiter.

Mit Mitteln der Städtebauförderung – und den entsprechenden Eigenanteilen, die von den Kommunen beigesteuert werden müssen – werden unter anderem Gebäude, Straßen, Wege und Plätze modernisiert und barrierefrei umgebaut. In Nauen sind 2019 zum Beispiel der Multifunktionsneubau der Graf-Arco-Schule sowie der Hortneubau über das Programm „Soziale Stadt“ unterstützt worden. Das Multifunktionsgebäude, für das im September der Grundstein gelegt wurde, ist Bestandteil des Konzepts, mit dem die Oberschule zu einem Bildungs- und Integrationszentrum weiterentwickelt werden soll.

Das Gebäude soll auch für Veranstaltungen außerhalb des Schulbetriebs genutzt werden und den Bürgern zur Verfügung stehen. Mit rund 1,2 Millionen Euro hat das Infrastrukturministerium im vorigen Jahr die Stadtentwicklung in Nauen gefördert, seit 1991 summiert sich die Unterstützung des Landes Brandenburg und des Bundes für die Stadterneuerung mittlerweile schon auf 34 Millionen Euro.

Auch in Oranienburg sind 2019 Projekte mit Städtebaufördermitteln unterstützt worden: 2,6 Millionen Euro überwies das Infrastrukturministerium in die Oberhavel-Kreisstadt, das Geld aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ wird vorrangig für den Neubau einer Kita in der Speyerer Straße eingesetzt. In Schwedt (Oder) soll der Park „Monplaisir“ über das Programm „Zukunft Stadtgrün“ als Gartendenkmal wiederhergerichtet werden.

Mit sogenannten „Aufwertungsmitteln“ aus dem Programm „Stadtumbau“ unterstützt das Infrastrukturministerium die Sanierung des historischen, unter Denkmalschutz stehenden Empfangsgebäudes des Bahnhofs in Wittenberge. Das Gebäude soll nach entsprechendem Umbau multifunktional genutzt werden. Insgesamt sind im vergangenen Jahr fast 5,6 Millionen Euro an Städtebaumitteln in die Prignitzstadt an der Elbe geflossen.

In Beeskow ist die Neugestaltung der Außenanlagen der Burg sowie die Sanierung eines weiteren Bauabschnitts der Stadtmauer mit Fördergeldern aus dem „Städtebaulichen Denkmalschutz“ vorgesehen. Gut 1,5 Millionen Euro konnte die Stadt an Unterstützung 2019 verbuchen, insgesamt hat Beeskow seit 1991 bereits mehr als 30 Millionen Euro an Bundes- und Landesmitteln für den städtebaulichen Denkmalschutz erhalten.

Seit 1991 bis einschließlich 2019 seien im Land Brandenburg insgesamt 3,5 Milliarden Euro für Stadtentwicklungsprojekte aus Bundes- und Landesmitteln bewilligt worden, teilte das Infrastrukturministerium mit.