Nachruf

Platzeck: „Manfred Stolpes Tod erschüttert mich sehr“

Der einstige Brandenburger Ministerpräsident Platzeck nimmt Abschied von seinem politischen Ziehvater Manfred Stolpe.

Matthias Platzeck (l.) und Manfred Stolpe im Jahr 2008.

Matthias Platzeck (l.) und Manfred Stolpe im Jahr 2008.

Foto: Nestor Bachmann/dpa

Der Gründungsvater unseres Landes ist nicht mehr unter uns - der Tod von Manfred Stolpe erschüttert mich sehr. Wie kein anderer hat er Brandenburg und den Weg des Landes geprägt. Er hat in den schwierigen 90er Jahren, der Zeit des tiefgehenden Umbruchs und des Neuanfangs vielen Menschen Halt und Orientierung gegeben. Gemeinsam mit Regine Hildebrandt war er eine nichtversiegende Quelle für Mut und Zuversicht, auch indem er dafür gesorgt hat, dass sich die Menschen mit ihrem Land identifiziert haben.

Der rote Adler wurde durch Manfred Stolpes Wirken zum Symbol für Heimat, Aufbruch und wieder wachsendem Selbstbewusstsein. Als Mann der Kirche hat er ohne Unterlass versöhnt statt zu spalten. Manfred Stolpe hat sich selbst nie besonders wichtig genommen, sondern hat Menschen zusammengeführt und sie und ihre Fragen und Probleme in den Mittelpunkt gestellt.

Er hatte dabei ein unversiegbares Reservoir an Geduld und Ausdauer, meist gemischt mit einer guten Portion pommerscher Dickschädeligkeit. Für ihn waren alle Menschen und ihre Anliegen gleich wichtig, in der Staatskanzlei zum Beispiel wandte er sich dem Boten genauso zu wie dem Abteilungsleiter - dies und vieles weitere hat mich und viele, die mit ihm zusammenarbeiten durften, geprägt.

Mit Manfred Stolpe ist ein wirklich Großer von uns gegangen, ein besonderer und außergewöhnlicher Mensch. Danke, Manfred Stolpe!