Schlösser und Gärten

Weihnachtsgeschenk aus Sanssouci

Stiftung Schlösser und Gärten vergibt Patenschaften für einen Baum, eine Parkbank oder einen königlichen Rebstock.

Schloss Sanssouci, hier die Orangerie, und der prachtvolle Park sind ist das Lieblingsziel auch vieler Berliner.

Schloss Sanssouci, hier die Orangerie, und der prachtvolle Park sind ist das Lieblingsziel auch vieler Berliner.

Foto: Bernd Settnik / ZB

Potsdam. Schon wieder ein Hemd und eine Krawatte? Ein Buch, eine CD oder für die Oma zum x-ten Mal das Stärkungstonikum aus dem Reformhaus? Bei Weihnachtsgeschenken ist es nicht immer leicht, die richtige Wahl zu treffen, vor allem, wenn es vor dem Fest auf die Frage nach den Wünschen wieder heißt: „Du musst uns nichts schenken, wir haben alles, was wir brauchen“.

Wie wäre es dann mit einer Patenschaft als Geschenk? Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) hat da ganz besondere Angebote – Patenschaften für einen Baum, eine Parkbank oder einen königlichen Rebstock. „Mit einer einmaligen Spende ab 350 Euro für eine Baumpatenschaft kann sich jeder seinen persönlichen Sehnsuchtsort schaffen“, sagt SPSG-Sprecherin Elvira Kühn.

Aktuell besteht dazu im Park Sanssouci Gelegenheit. Auf einer „Wunschkarte“ der Stiftung können Baumfreunde sehen, wo neue Bäume angepflanzt werden sollen und ihre Wahl treffen. „Wir haben feste und ziemlich komplexe Pflanzpläne“, erklärt Sarah Kimmerle vom SPSG-Marketing. „Auf deren Grundlage werden die Neupflanzungen festgelegt.“ Paten können anhand entsprechender Symbole genau erkennen, wo im Park Sanssouci gerade Linden oder Eichen nachgepflanzt werden sollen oder wo es an Sandbirken oder Koloradotannen fehlt.

Für 350 Euro gibt es die Patenschaft für einen ganz besonderen Baum

„Wir versuchen, mit den Paten einen gemeinsamen Pflanztermin zu vereinbaren“, sagt Sarah Kimmerle. Da kann der Baumpate dann selbst zu Spaten und Gießkanne greifen – wenn das auch eher als symbolische Geste zu verstehen ist. Aber zumindest werden bei dem Anlass Fotos geschossen, es gibt Informationen über den speziellen Baum und eine Urkunde. Wer bereit sei, mehr als 350 Euro zu zahlen, könne auch die Patenschaft über einen ganz besonderen Baum übernehmen, sagt Kimmerle, „zum Beispiel über einen der Kugelbäume im Neuen Palais“. Die einmaligen Spenden kommen der Pflanzung und Aufwuchspflege des jeweiligen jungen Baums zugute. Das Geld helfe, die historischen Gärten auch für die nächsten Generationen zu erhalten. In der Pflanzsaison 2019 seien 30 Baumpatenschaften hinzugekommen.

Etwas tiefer in die Tasche greifen muss derjenige, der eine Bankpatenschaft verschenken möchte – für einen der nach historischen Plänen bestimmten Parkbank-Standorte in den preußischen Gärten. Vor den Neuen Kammern im Park Sanssouci etwa können Paten auf „ihren“ Bänken Platz nehmen. Die meisten der Sitzmöbel würden in den Werkstätten der SPSG selbst gebaut, erzählt Kimmerle. Wer sich für ein hölzernes Exemplar entscheidet, kann auf einer Plakette dann auch seinen Namen lesen oder einen kleinen Spruch eingravieren lassen. „Bei den Steinbänken können wir leider keine entsprechenden Schildchen anbringen“, sagt Kimmerle. Bankpatenschaften seien in den vergangenen Monaten recht gut verkauft worden. Meist hätten die Spender einen sehr persönlichen Bezug zu dem jeweiligen Platz, „weil sie dort beispielsweise regelmäßig spazieren gehen“. Oder aber, weil sie nachhaltig etwas für den Erhalt der Schönheit der Parks tun wollten.

Ehemalige Nutzgärtnerei fiel in einen Dornröschenschlaf

Schon für 20 Euro ist eine Standard-Patenschaft für einen Rebstock im Königlichen Weinberg am Klausberg in Potsdam zu haben. 1769 ließ Friedrich II. den Weinberg auf dem Südhang des Klausberges anlegen, um seine königliche Tafel mit Obst und feinsten Trauben zu versorgen. Doch nach Ende der Monarchie fiel diese ehemalige Nutzgärtnerei in einen Dornröschenschlaf. Unter dem Motto „Tradition neu erleben“ begann die SPSG im Jahr 2006 gemeinsam mit den Mosaik-Werkstätten für Behinderte, den verfallenen Weinberg unterhalb des Belvedere von Sanssouci zu rekultivieren. „Das ist ein Projekt gelebter Inklusion“, sagt Andreas Kramp, Leiter des Weinberg-Projekts bei den Mosaik-Werkstätten. Mehr als 3000 Rebstöcke, vornehmlich der Rebsorten Phönix und Regent, seien seit 2010 neu angepflanzt worden. Um die 500 Patenschaften gebe es bereits. „Mit einer solchen Patenschaft kann jeder Einzelne dazu beitragen, eine weitere historische Gartenanlage im Park Sanssouci wieder erlebbar zu machen“, sagt SPSG-Sprecherin Kühn.

Neben der Standard- gibt es auch die teureren Premium- und Royalpatenschaften. „Mit diesem etwas kostenintensiveren Modellen holt sich der Pate den Königlichen Weinberg ein Stück weit nach Hause“, sagt Kramp. „Denn bei diesen Varianten können sich die Paten mithilfe ihrer Urkunde alle drei Monate exklusiv neue Bilder von der jeweiligen Rebfläche auf ihr Smartphone oder Tablet laden und sich somit über das Wachstum der Reben informieren.“ Und am Ende des ersten Patenschaftsjahres können sie sich vom Geschmack des Weins überzeugen – jeder Spender bekommt eine Flasche des limitierten Weins frei Haus.