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Dreister Diebstahl: Unbekannte klauen 250 Kilogramm Käse

Unbekannte haben aus einem Gut im Spreewald Käse im Wert von rund 3000 Euro gestohlen. Er sollte auch in Berlin verkauft werden.

Solche Käselaiber von der Hofgemeinschaft Gut Ogrosen im Spreewald sind verschwunden.

Solche Käselaiber von der Hofgemeinschaft Gut Ogrosen im Spreewald sind verschwunden.

Foto: Hofgemeinschaft Gut Ogrosen / Facebook

Berlin / Ogrosen. Die köstlichen Käse von der Hofgemeinschaft Gut Ogrosen im Spreewald sind vielen Berlinerinnen und Berlinern bekannt. Die Kuh-, Schaf- und Ziegenkäse werden auf Berlins Wochenmärkten gern gekauft, etwa auf dem Chamissoplatz in Kreuzberg, dem Ökomarkt im Hansaviertel und in der Markthalle 9. Jetzt aber ist der Käse knapp geworden: In der Nikolausnacht haben Unbekannte aus dem Käselager im Spreewald 250 Kilogramm Käse gestohlen. Der Wert: rund 3000 Euro.

In der Nacht oder am frühen Morgen seien die Täter in die Käserei eingebrochen und hätten den Käse weggeschleppt, darunter fast 50 Laibe Kuhkäse und 20 Laibe Ziegenkäse, sagt Daniel Baumgart, Mitgesellschafter des Ziegenhof am Gut Ogrosen. Zusammen mit dem Milchschafhof Schafgarbe und dem Gut Ogrosen bildet er eine ökologische Hofgemeinschaft. „Wir haben am Morgen nur noch die Fußspuren im Käselager gesehen“, erzählt Baumgart.

Jetzt ermittelt die Polizei. Doch noch tappen die Beamten im Dunkeln. „Die Polizisten kannten zwar Kälberdiebstahl, aber von Käsediebstahl haben sie auch noch nie gehört“, so Baumgart. Er vermutet, dass sich der oder die Diebe am Gut auskannten und aus der Nähe stammen. „Für uns bedeutet der Verlust der Käse zwar einen erheblichen finanziellen Schaden. Aber für einen solchen Diebstahl fährt man ja nicht Hunderte Kilometer weit“, sagt er.

Käseklau im Spreewald: Wer den Käse entdeckt, soll sich melden

Über ihre Facebook-Seite rufen die Käsemacher Kunden und Käse-Liebhaber auf, auf Wochen- und Weihnachtsmärkten nach den Laibern Ausschau zu halten. Es handelt sich um Hartkäse, der bei richtiger Lagerung und Pflege mehrere Monate lang aufbewahrt werden kann. „Wenn ihr unseren Käse auf einem Markt wiederentdeckt, meldet euch bitte bei der Polizei oder direkt bei uns“, heißt es in dem Facebook-Post.

Daniel Baumgart ist froh, dass er für den Verkauf in Berlin am Wochenende schon Käse aus dem Käselager genommen und verladen hatte. Er hat einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in der Domäne Dahlem gemietet und hofft, dass seine Vorräte an Ziegenkäse zumindest für die nächsten zwei Wochenenden halten. „Am vierten Advent dürfte es dann knapp werden“, schätzt er.

„Der Diebstahl ist sehr bitter für uns“, sagt Baumgart. Nicht nur der Verdienstausfall schmerze ihn und seine Kollegen, sondern auch, dass die Arbeit von Monaten vernichtet worden sei. „Die Käseherstellung ist sehr aufwendig“, erklärt er. „Erst müssen wir unsere Tiere melken, dann wird die Milch verarbeitet und schließlich der Käse hergestellt. Die fertigen Laiber müssen dann mindestens zwei Monate lang täglich betreut werden.“

“Geschichten im Stall“ am dritten Advent findet trotzdem statt

Trotz des Verlustes wollen sich die Käsemacher die weihnachtliche Vorfreude aber nicht verderben lassen. Die Adventsveranstaltung der Hofgemeinschaft am dritten Advent, „Geschichten im Stall“, soll wie geplant stattfinden.

Am 15. Dezember ab 16 Uhr können Familien in der Ogrosener Dorfstraße in Vetschau (OT Ogrosen) in den Ställen mitten zwischen Ziegen und Schafen weihnachtlichen Erzählungen lauschen. „Außerdem gibt es einen kleinen Weihnachtsmarkt, man kann Kerzen ziehen und selbst einen Weihnachtsbaum schlagen“, sagt Daniel Baumgart. Besucherinnen und Besucher aus Berlin sind herzlich willkommen.