Brandenburg

29 Strafanzeigen nach Anti-Kohle-Protesten in der Lausitz

Am Wochenende stürmten Aktivisten Gruben und Gleise im Kohlerevier. Die Polizei spricht von insgesamt friedlichen Protesten.

Polizeibeamte haben Umweltschutzaktivisten im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG) festgesetzt.

Polizeibeamte haben Umweltschutzaktivisten im Braunkohletagebau Jänschwalde der Lausitzer Energie Bergbau AG (LEAG) festgesetzt.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Nach den Anti-Kohle-Protesten am Wochenende ziehen Polizei, Aktivisten und Betreiber Bilanz. Mehrere Tausend Menschen haben in der Lausitz gegen die Klimapolitik der Bundesregierung und für einen sofortigen Kohleausstieg demonstriert. Viele waren aus Berlin angereist. Das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ hielt zeitweilig die Brandenburger Tagebaue Jänschwalde-Ost, Welzow-Süd und Vereinigtes Schleenhain in Sachsen sowie mehrere Kohlebahnen besetzt.

Besetzer verließen die Tagebaue freiwillig

Die Polizei war alleine in Brandenburg mit 2700 Beamten im Einsatz. Das Polizeipräsidium zog am Sonntag ein „insgesamt positives Fazit“. Zum weitestgehend friedlichen Verlauf hätten das besonnen Handeln „der Vielzahl von Akteuren“ beigetragen. Insgesamt sind bis Sonntagmittag 29 Strafanzeigen erstattet worden, unter anderem wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Am Tagebau Jänschwalde wurden drei Polizisten leicht verletzt. Gegen die Aktivisten setzten sie Schlagstöcke und Reizgas ein. Am Nachmittag verließen die Besetzer die Tagebaue freiwillig.

An mehreren Stellen des Reviers versammelten sich Gegner eines schnellen Kohleausstiegs, etwa in Weißwasser, Trebendorf und in Koppatz. Zu im Vorfeld befürchteten Angriffen durch Hooligans oder Rechtsextreme kam es nicht.

Polizei bleibt noch bis Montag im Einsatz

Die Sprecherin von „Ende Gelände“, Nike Mahlhaus sprach von einem „starken Zeichen für Klimagerechtigkeit“. Die Lausitz Energie Kraftwerke AG stellte in Jänschwalde nach eigenen Angaben am Sonnabend aus Sicherheitsgründen den Grubenbetrieb vorübergehend ein. Die Leistung des Kraftwerks Jänschwalde wurde auf ein Minimum zurückgefahren.

Die Polizei kündigte an, bis Montagmorgen mit Bereitschaftspolizisten im Einsatz zu bleiben.